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Gehirntumoren sind Zellwucherungen in Gehirn und
Rückenmark. Man unterscheidet primäre Tumoren,
die direkt im Gehirn entstanden sind, und
Tochtergeschwülste (Metastasen) aus anderen
Organen, die sich im Gehirn ansiedeln.
Auf Grund einer großen Vielfalt von Zellarten im
Gehirn entwicklen sich viele verschiedene Typen
von primären Gehirntumoren:
Rund die Hälfte aller primären
Hirntumoren sind Gliome. Sie entstehen
aus den Gliazellen, die das Stützgewebe
des Gehirns bilden. Es gibt gutartige Gliome,
die bei Kindern und jungen Erwachsenen
besonders häufig sind. Die überwiegende
Zahl der Gliome sind jedoch so genannte
bösartige Glioblastome. Gutartige Gliome
können sich im Laufe der Erkrankung zu
Glioblastomen entwickeln.
Medulloblastome sind die häufigsten
bösartigen Hirntumoren bei Kindern. Sie
entstehen aus unreifen Zellen des kindlichen
Kleinhirns. Bei rechtzeitiger Diagnose
werden mehr als die Hälfte der betroffenen
Kinder geheilt.
Etwa ein Viertel der Geschwülste im
Schädelinneren sind Meningeome. Sie
bilden sich aus Zellen der Hirnhäute und
wachsen meist nur sehr langsam. Nach
Angaben der Deutschen Krebshilfe sind 85
Prozent aller Meningeome gutartig. Sie
können operativ entfernt und in vielen Fällen
vollständig geheilt werden. 10 Prozent sind
ebenfalls gutartig, neigen aber zu starkem
Wachstum und treten nach einer Entfernung
immer wieder auf. Die restlichen fünf Prozent
der Meningeome sind bösartig und nur
schwer zu behandeln.
Neurinome entstehen aus Zellen der
Gehirnnerven. Sitzen sie in der hinteren
Schädelgrube, so schädigen sie den
Hirnstamm und das Kleinhirn. Häufig stören
sie Gehör- und Gleichgewichtssinn.
Neurinome sind in der Mehrzahl der Fälle
gutartig und werden bei rechtzeitiger
Behandlung oft vollständig geheilt.
Sowohl Hypophysenadenome als auch
Lymphome sind keine Hirntumoren im
engeren Sinn. Hypophysenadenome
wachsen im Bereich der Hirnanhangsdrüse
und sind fast immer gutartig. Sie dehnen
sich manchmal bis zum Sehnerv und in die
Gehirnbasis aus. Häufig schütten sie
Hormone aus, die Wachstumsstörungen und
Menstruationsprobleme auslösen.
Lymphome entstehen aus Zellen der
Immunabwehr, die aus Lymphknoten, Milz
oder anderen Körperbereichen stammen und
sich im Gehirn ansiedeln. Warum sie hier
Geschwülste bilden, ist derzeit noch
unbekannt. Besonders häufig treten
Lymphome bei Aids-Patienten auf.
Deutet die Diagnose auf mehrere Tumorherde in
verschiedenen Bereichen des Gehirns hin, so
besteht der Verdacht auf Gehirnmetastasen.
Lungen-, Brust-, Nieren- und Hautkarzinome bilden
oft Tochtergeschwülste im Gehirn. Solche
Metastasen geben Hinweise auf ein nicht
diagnostiziertes Krebsleiden.
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