Dementi stiftet Verwirrung Ein Vertreter der Kommunistischen Partei sagte, Mori habe seine Glaubwürdigkeit als Ministerpräsident verloren. Im vergangenen Jahr habe er nur wirtschaftliche und politische Probleme verursacht. Nun stifte er durch das Dementi nicht nur im Inland, sondern auch international noch mehr Verwirrung. »Einen solchen Regierungschef können wir nicht mehr tolerieren.« Mori ließ offen, ob er für die Neuwahl des Parteivorsitzenden kandidiert: "Das kann ich nicht allein entscheiden." Er werde eine Kandidatur in Betracht ziehen, wenn er dabei unterstützt werde. Über den Rücktritt des 63-jährigen Mori wurde in Japan seit Wochen spekuliert. Am 5. März hatte er das zweite Misstrauensvotum innerhalb seiner knapp einjährigen Amtszeit überstanden. Wegen der weiterhin sinkenden Sympathiewerte für seine Regierung geriet er in den vergangenen Wochen auch innerhalb der Regierungskoalition in die Kritik. Moris Zustimmungswerte waren nach einer Reihe verbaler Fehltritte, innerparteilicher Skandale und politischer Schnitzer von anfangs 40 Prozent auf unter zehn Prozent gesackt. Nikkei stürzt auf 16-Jahres-Tief Die Unsicherheit schlug sich am Montag in der Tokioter Börse nieder. Der Nikkei-Index ist auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gestürzt. Nach der negativen Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq schloss der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte mit einem massiven Verlust von 456 Punkten oder 3,6 Prozent bei 12.171 Punkten. Damit liegt das fernöstliche Kursbarometer auf dem niedrigsten Stand seit April 1985. Auch der Yen gab zum Dollar stark nach. Erst am 2. März hatte die Tokioter Börse auf dem tiefsten Stand seit 15 Jahren geschlossen. Die Arbeitslosenrate in Japan befindet sich hingegen auf Rekordniveau.