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Stufenkleid am Grand Canyon
(Dada mit einer sprechenden Landschaft)
Ich bin Amerika.
Nicht die Flagge.
Nicht die Hymne.
Ich bin die Falte
zwischen zwei roten Felsen,
die der Wind
seit Jahrmillionen
nicht gebügelt hat.
Heute kommt
eine Frau
im weißen Stufenkleid.
Sie trägt
keinen Stoff.
Sie trägt
Zeit.
Jede Stufe
ist ein Jahrhundert,
das vergessen hat,
geradeaus zu gehen.
Der Grand Canyon
räuspert sich
mit Sand.
Ein Kondor
liest
die Gebrauchsanweisung
des Schweigens.
Die Kakteen
applaudieren
mit Dornen.
Ich bin Amerika,
sage ich,
und ich erkenne
in diesem Kleid
meine eigene Geologie.
Nicht weil es weiß ist.
Weiß
ist bloß
die Farbe,
die Licht annimmt,
ohne es festzuhalten.
Das Kleid
fällt
wie Erosion.
Es steigt
wie Hoffnung.
Es widerspricht
jeder geraden Linie.
Die Stufen
sind Schluchten,
die beschlossen haben,
nach oben zu wachsen.
Der Colorado
lacht
in Kieseln.
Die Felsen
verwechseln
Mode
mit Erdgeschichte.
Ein Cowboyhut
blüht
zu einer Wolke.
Ein Adler
zieht Schuhe
für den Himmel an.
Und ich,
Amerika,
sage schließlich:
»Dieses Kleid
will niemanden schmücken.
Es erinnert uns daran,
dass Schönheit
nicht glatt ist.
Sie fällt.
Sie schichtet sich.
Sie wird vom Wind
getragen,
bis selbst Steine
lernen,
wie man
tanzt.
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