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Als ich in der 3. oder 4. Klasse war, wollten einige Leute aus meiner Stufe mich immer verkloppen. Eigentlich gab es einen dicken Marrokaner in meiner Klasse (er führt heute noch auf der Ellerstraße einen Lebensmittelladen), der mir wie ein Bodyguard war, weil ich ihm bei den Hausaufgaben half. Bei dieser Sache stand er mir aber nicht bei, vielleicht war er schon nicht mehr auf der Schule.
Wie auch immer - das Schulgebäude trennte die Schulhöfe der 1./2. und der 3./4. Klassen. An der Seite des Gebäudes ergab sich somit eine Art DMZ, in der ich mich in den Pausen versteckt hielt. Das ging gut, bis mich eines Tages eine Gruppe Erstklässler fragte, was ich da täte. Ich gab bereitwillig Auskunft, weil ich vermutete, dass von den I-Dötzchen keine Gefahr ausging.
Weit gefehlt. Der Anführer der I-Dötzchen hatte flugs einen Namen für mich parat. Sie nannten mich »das Würstchen« und stimmten einen rhythmischen Spottgesang an, dessen Text nur aus eben jener Herabwürdigung meiner Person bestand.
Ich hatte nun die Wahl, mich von wenigen Gleichaltrigen oder eine Horde von I-Dötzchen quälen zu lassen. Ich erinnere mich nicht mehr an die Gründe, doch ich entschied mich für die kleinen Piranhas.
Als ich eines Tages ausrastete und (erfolglos) mit meinem Gürtel nach ihnen schlug, rügte mich meine Lehrerin als feige, weil ich mich an Jüngeren vergriff.
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