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mcnep schrieb am 5.3. 2005 um 23:27:39 Uhr über

Türken

Von den Türcken

Embsige Kauffleut sind bey jnen/deren ettliche jn das klein Asiam/jetzt Natolia genennt/ettliche jn Egypten vnd Arabiam werben. Ihre Kleydung ist auß Wullen/Leynwat/ vnd auch Seyden. Sie tragen lange Röck/die stossen jhnen biß auff die Knoden. Sie schelten gar vbel die Hosen wie wir sie tragen/sprechen/sie zeigen die Schaamglieder zu viel offentlich. Ihr Haupt bedecken sie mit auffgewundnen und kegelweiß auffgeschmuckten Schleyern. Es ist kein Herberg oder offen Gasthauß bey jnen wie hie zu Lande/sonder hin und wider auff den Gassen verkaufft man essende Speiß. So ein Türck in Kranckheit oder gefehrlichkeit sich verlobte/vnd jm nicht gleich auß der Gefahr oder Kranckheit geholfen wird wird/ist er kein Gelübd schuldig zu thun. So ein Armer stirbt/samblet man den kosten der Begrebnuß so auff die Pfaffen vnd Geystlichen geht/von Hauß zu Hauß. Es wird jederman ohn der König ausserhalb der Stetten begraben/vnd des abgestorbenen Freund setzen auff die Gräber Brot/Fleisch/Käß/Eyer/Milch/das laßt man des gestorbenen Seel zu gut da/den Armen/den Thieren/Vögeln vnd Omeissen zu fressen. Sie sprechen/es gelt bey Gott gleich wie ein Almusen geschehe/den Thieren oder Menschen/allein das es vmb Gottes willen geschehe vnnd geben werd. Ja ettliche geben auß dieser meynung Gelt/daß die gefangnen Vögelin ledig werden/verhoffen damit etwas bey Gott zu erlangen. Sie haben in den Stetten/ja auch in jhren Häusern/viel Bäder/die sie trefflich viel brauchen/vnnd ist des Wäschens/Wüschens vnnd Fägens kein auffhörung bey jhnen Da badet man täglich zwei oder drey mal. Schlagen sie das Wasser ab/so wäschen sie sich an demselbigen Ort/vnnd hocken darzu nider wie die Weyber. Thund sie andere notturfft/vnnd lären den Bauch/hocken sie darzu/vnnd bewahren sich wol mit Kleydern/daß sie den Leib nicht entblössen/vnd vor allen Dingen lugen sie daß sie jhre Angesichter nit kehren gegen Mittag:dann das were bey jhnen ein grosse Sünd/sintemal jhnen gebotten ist/sich gegen Mittag zu kehren wann sie Beten. So sie aber ihr notturfft haben gethan/wäschen sie sich mit Wasser den Hindern/Mann vnd Fraw. Es muß der Knecht dem Herren/die Magd der Frawen stäts mit einem Kessel mit Wasser zu der notturfft nachziehen/vnnd sie wäschen. Sie scheren alle jar zwey oder drey mal das Haar ab dem Leib/besunder so sie in die Kirchen gehen wöllen/damit kein Wust sich setz an diese örter/die man mit Wasser nicht bald reinigen mög.

Aus der Cosmographia des Sebastian Münster, 1595


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