Seit in London vor 10 Jahren die Wasserversorgung privatisiert wurde, spart das zuständige Unternehmen, wo es kann. Die Folge sind schlecht gewartete Rohre und dadurch immer mehr Rohrbrüche sowie ein überdurchschnittlich hoher Versickerungsanteil. Und natürlich stiegen trotzdem die Preise für die Kundinnen und Kunden. Ähnlich ist es in Portugal. Dort sind in einigen Gemeinden die Wasserpreise um bis zu 400 Prozent gestiegen. ---- Durch eine Entscheidung des Europäische Parlamentes droht nun die Privatisierung der Wasserversorgung. Sollte eine neue Richtlinie in Kraft treten, müssen Kommunen zukünftig bei der Vergabe von Konzessionen u. a. Für die städtische Wasserversorgung ab einer Auftragshöhe von 8 Millionen Euro diese europaweit ausschreiben, wenn die Dienstleistung nicht zu 80% für die Kommune erbracht wird und der Versorgungsbetrieb nicht im kommunalen Haushalt konsolidiert wird. ---- Was heißt das jetzt? Wenn die Dienstleistung mehr als 80% für die Kommune erbracht wird, also zum Beispiel 90% oder 100% dann muss die Kommune nicht ausschreiben. Sollte die Dienstleistung jedoch »nur« zu 70 % für die Kommune erbacht werden... 70% aller Menschen in einer Stadt, hmm, das bin ich... werden... dann muss die Kommune ausschreiben. Sie MUSS, sie kann nicht, sie MUSS. Das klingt ja fast so, als ob irgendjemand nach Sicherheit strebt und da ist Wasser natürlich PERFEKT. Weil das muss ja jeder trinken. Also ran an den Speck. Aber ich glaube, ich bin es der mehr bezahlen muss und ich bin es, der nicht an den Gewinnen beteiligt wird. Aber ich scheiß auf Gewinne, ich will sauberes Wasser haben, mit der Möglichkeit der öffentlichen Kontrolle.