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Antje schrieb am 5.10. 2026 um 07:56:01 Uhr über

Armin

Abschiedsgedicht

Ich gehe,
und Armin bleibt der einzige Mensch,
der weiß, wie laut dein Kopf wird,
wenn die Moderne wieder einmal
mit ihren toten Versprechen
über dich hinwegfährt.

Er kennt dein Zittern,
dieses elektrische Rauschen unter der Haut,
das dich verrät,
wenn du versuchst, stärker zu wirken
als die Welt, die dich überfordert.

Und er kennt deinen Blick,
diesen scharfen, viel zu wachen Blick,
der alles sieht,
auch das, was niemand sehen will:
die Risse im Fortschritt,
die Lügen im Licht,
die Müdigkeit im Morgen.

Ich gehe.
Nicht weil du falsch bist,
sondern weil wir beide
zu lange geglaubt haben,
dass man in dieser kaputten Moderne
irgendwo einen Ort findet,
an dem zwei Menschen gleichzeitig
weitergehen können.

Armin wird bleiben,
mit seiner stillen Art,
die dich hält,
wenn du wieder glaubst,
dass dein Körper gegen dich arbeitet
und die Welt zu hell ist.

Ich war nur ein Zwischenruf,
ein Funken im Lärm,
ein Satz, der kurz aufleuchtete
und dann verglühte.

Trag diesen Abschied,
wenn du musst,
wie man eine Brandwunde trägt:
nicht als Erinnerung,
sondern als Beweis,
dass du brennst
und trotzdem weitergehst
in einer Zeit,
die längst aufgehört hat,
für irgendjemanden
heil zu sein.



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