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Die Scharia ist das Rechtssystem, auf dem die muslimische Gesellschaft basiert. Ursprünglich bedeutete das Wort »schari'a« einfach »Weg zur Tränke«.
Die Grundwerte, die das islamische Recht schützen soll, sind unseren eigenen nicht unähnlich. Diese Werte sind Glaube, Leben, Eigentum, Familie und Vernunft.
Im Islam sind Alltag, Recht und Religion eng miteinander verwoben. Eine Säkularisierung im westlichen Sinne erscheint dem Gläubigen deshalb unverständlich. Zu den Pflichten des Muslim zählen das fünfmalige Beten, die kultische Reinheit, das Almosengeben, die Wallfahrt nach Mekka und das »Sichmühen auf den Wegen Gottes«. Die Grundlagen des Glaubens sind der Glaube an Gott, der Glaube an die Engel, der Glaube an die Bücher, der Glaube an die Propheten, der Glaube an die Vorherbestimmung und der Glaube an die Auferstehung. Das Leben entspinnt sich um die Religion.
Die wichtigsten Rechtsquellen sind einerseits der Koran, andererseits die Sunna. Die Sunna umfasst all das, was Muhammad gesagt oder getan, gebilligt oder verurteilt hat. Sie ist überliefert in Form der Hadithe. Hadithe sind kurze Geschichten, die vom Leben des Propheten und seiner Gefährten berichten. Zu jeder dieser Geschichten gehört eine Überliefererkette.
Die islamische Jurisprudenz wird »fiqh« genannt entwickelte sich in den Jahren nach dem Tod Muhammads. Fiqh ist die Auslegung und Anwendung der Scharia. Handlungen werden nach ihrem Charakter eingeteilt: Sind sie erlaubt oder verboten? Entsprechen sie den Pflichten oder sind sie vernachlässigbar? Verletzen sie den Rechtsanspruch Gottes oder den des Menschen?
Dafür, das sich die Scharia im Mittelalter entwickelt hat, ist sie sehr fortschrittlich. Inzwischen wird versucht, sie zu modernisieren. Das islamische Recht ist durchaus anpassungsfähig.
Alles in allem: die Scharia ist besser als gar kein Recht!
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