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Und Alles, weil er sie liebte;
grade weil.
Und weil er so stark war.
Ob es wol Strafen gab?
Strafen der Kraft?
aus sich selbst?
Der gebrochene Fuß! –
Ob Liebe Sünde war?
Nicht überhaupt,
aber für Ihn:
Sünde gegen die Kunst,
Übermannung!
Denn es war ja nicht gleich so gewesen;
was ging ihn ihre Seele an.
Aber allmählich –
oh, das war’s ja aber,
das Heilige,
auch für den Künstler,
Das, was ihm die Augen geöffnet hatte,
das Allerheiligste der Form:
die verschlossene Seele,
die Gegenseitigkeit alles Lebendigen! –
Und so war’s denn geworden:
das Modell zum Weibe,
der Leib zum Wesen,
und immer gegenseitiger
dem Künstler ihre Schönheit,
und immer gegenseitiger
dem Menschen ihr Geschlecht.
Nein, er wollte es nicht;
nur mit den Augen wollt’er sie haben,
ihre Augen,
die nachtblau dunklen, schwimmenden Blumen,
ihr quellentiefes, stilles Gesicht,
Alles! –
Und doch:
wie er sie dann erkannte,
diese Gestalt,
Blick für Blick,
und Ahnung um Ahnung sicherer wurde,
fester im Bilde,
und sich alles ihr entgegenspannte
in seinen Sinnen,
und ihre Innigkeit mit seiner Sehnsucht wuchs:
es war ja Natur, Natur!
war das Ohnmacht?
jener Augenblick,
nach jenem letzten Bilde,
als er sie am Handgelenk heranriß,
noch zitternd vor schaffendem Entzücken,
und ihr den neuen Ausdruck zeigte,
der sie fast enträtselte,
diese verlangende Keuschheit,
und dann sie ansah,
schwül und durstig,
das Eine Letzte suchend,
und sie’s nicht aushielt länger
und an ihm niederwankte,
so warm und schwer,
und er an ihr:
oh Versunkenheit! –
Und dann, dann:
es war zu hart,
zu widersinnig hart:
wie er sie hochgerissen hatte mit tollen Armen,
schreiend vor Lust und doppeltem Ueberglück,
und mit ihr über den Schemel sprang:
dieser tückische Knöchelbruch, –
um den er damals noch lachen konnte
in seiner schwelgenden Liebe,
damals.
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