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am 6.8. 1999 um 12:17:39 Uhr schrieb Jonas
über Träume |
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am 11.1. 2026 um 10:34:03 Uhr schrieb opi 87
über Träume |
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am 17.5. 2025 um 08:51:48 Uhr schrieb OPI 87 über Träume
am 15.10. 2002 um 00:04:20 Uhr schrieb AHUX über Träume
am 6.2. 2025 um 10:36:51 Uhr schrieb Christine über Träume
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Träume«
Elki schrieb am 12.9. 2000 um 10:19:25 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Träumen ist viel besser als Kino. Ich hab sogar schon mal einen Manga geträumt.
Der letzte Traum an den ich mich absolut erinnern kann (weil ich ihn aufgeschrieben habe) war echt funky. Den Teil davon, den ich am interessantesten fand: Ich trinke aus einem Glas, da ist eine bernsteinfarbene Flüssigkeit drin, die nicht ganz klar ist, beim genaueren Hinsehen bemerke ich, dass eine Eidechse drin schwimmt. Sie schaut mich an, ich schau sie an und giesse das Gebräu aus. Die Eidechse fällt auf den Boden, schaut mich nochmal an, läuft ein Stück und dabei bemerke ich, dass ihr der hintere rechte Fuss fehlt und der Schwanz. Sie windet sich einmal um sich selbst und steht als schwarzhaarige Frau mit langen Haaren vor mir und fragt mich, ob ich mit ihr in die Disko gehen will...
Da geh ich schon lange nicht mehr hin!
Herr Guyonnet schrieb am 16.11. 2025 um 21:00:30 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Die Septembersonne warf lange Schatten über den verwilderten Garten von Nummer 17. Rüdiger Zumsel, von allen nur Rüdi genannt, wischte sich den Schweiß von der Stirn und stützte sich auf den Rechen. Seine 62 Jahre machten sich bemerkbar, besonders nach drei Stunden Unkraut jäten und Heckenschneiden. Neben ihm, auf einer schmiedeeisernen Bank, thronte der ehemalige Direktor des Bülzenheims. Mit 87 Jahren besaß er immer noch diese undurchdringliche Autorität, die Rüdi seit jeher einschüchterte.
»Eine verdammte Ewigkeit ist das her, diese Hecke«, keuchte Rüdi und warf einen Ast auf den wachsenden Haufen. Seine Hände, gewohnt an das Klappern von Tastaturen und das Versenden zweifelhafter Lederfetisch-Stories in sozialen Medien, waren voller Blasen.
Der Alte nippte an seinem Eistee. »Ordnung ist das halbe Leben. Das habe ich meinen Insassen immer gesagt.« Sein Blick wanderte über das frisch gestutzte Grün. »Sie haben Potential, Zumsel.«
Rüdi grinste. »Ach was, die Jugend von heute hat doch keinen Respekt mehr. War das bei Ihnen im Bülzenheim nicht strenger? Mit den Gefangenen? Mehr Disziplin?«
Ein seltsames Glitzern trat in die alten Augen des Direktors. »Nun, Rüdi. Klar.« Er stellte das Glas ab und richtete sich kerzengerade auf. »Aber wahre Strenge beginnt bei einem selbst. Du wirst jetzt mein Gartenzwerg.«
Rüdi lachte unsicher. »Haha, guter Witz, Chef. Ein Gartenzwerg. Sehr witzig.«
Das Lachen erstarb ihm in der Kehle. Ein kribbelndes Gefühl, als ob tausend Ameisen über seine Haut liefen, durchzog seinen Körper. Seine Gelenke knackten, sein Rückgrat schien sich zu stauchen. »Moment mal... was...?«
Seine Haut kühlte ab, verhärtete sich zu einer glatten, künstlichen Oberfläche. Das Grün der Wiese wurde plötzlich überwältigend groß, die Disteln ragten wie Bäume um ihn herum auf. Seine Arme erstarrten in einer grotesken Position, eine Hand zur Faust geballt, als halte sie einen unsichtbaren Spaten. Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei, der in der aufkommenden Brise verhallte. Das letzte, was er hörte, war die zufriedene Stimme des Direktors.
»Perfekt. Endlich mal ein Geselle, der nicht maulend sein Bier verlangt.«
*Knarr*.
So stand er nun. Rüdi Zumsel, 1,20 Meter groß, aus feinstem, wetterfestem Kunstharz. Seine Zumpfthose und das schlabbrige T-Shirt waren zu einer bunten, lackierten Malerhose und einer Zipfelmütze transmutiert. Sein einst so geschäftiges Gesicht, ständig am Smartphone, war zu einem frechen, aber erstarrten Grinsen erstarrt. In seinen Augen, oder dem, was einmal seine Augen gewesen war, spiegelte sich der pure Horror.
Die Tage zogen ins Land. Er erlebte Sonnenaufgänge, die er sonst nur verpasst hatte, weil er bis mittags schlief. Er spürte den sanften Regen, der über seine glatte Nase tropfte. Er ertrug die neugierigen Blicke von Spatzen, die auf seiner Mütze hüpften.
*Zwitscher, zwitscher!*
»Verpiss dich, du Federball«, dachte er wütend, aber sein Mund bewegte sich nicht.
Eines Nachmittags kam die Enkelin des Direktors zu Besuch, ein kleines Mädchen mit Zöpfen.
»Opa, der neue Zwerg ist aber komisch. Der guckt so böse.«
Der Direktor tätschelte ihr den Kopf. »Das ist der Rüdi. Der denkt nach. Früher hat er im Internet immer Unsinn verbreitet. Jetzt muss er zur Ruhe kommen.«
Rüdis geistige Stimme überschlug sich. *Unsinn? Das waren kunstvolle Erzählungen über Leder und verschmähte Liebe! Meisterwerke der digitalen Folter!*
Abends, wenn der Direktor auf der Bank saß, redete er mit ihm.
»Siehst du, Zumsel? Die wahre Disziplin ist die zur Untätigkeit. Du kannst nicht mehr spammen. Nicht mehr lügen. Du musst einfach nur... sein.«
*Gurgel, gluck* – das Geräusch des Direktors, der an seinem Schnaps nippte, war die Hölle für Rüdis empfindliches Gnom-Gehrn.
Nach einer Woche begann ein seltsamer Frieden in ihm zu keimen. Die ständige Jagd nach Likes, die obsessive Kontrolle seiner selbst erfundenen Geschichten – sie schienen so bedeutungslos. Der Geruch von nasser Erde nach einem Gewitter war echter als tausend virtuelle Kommentare. Das sanfte Summen der Bienen war eine bessere Melodie als das nervöse Piepsen seiner Smartphone-Benachrichtigungen.
Dann, an einem stürmischen Herbstabend, als der Wind heulend um das Haus pfiff, geschah ein Wunder. Ein besonders heftiger Stoß riss ihn von seinem Sockel. Er kippte nach vorn und landete mit einem dumpfen *Klack* auf dem feuchten Rasen. Ein Riss zog sich durch seine Harz-Schulter.
Und dann ein Gefühl. Ein winziges, kaum spürbares Pochen in seinem kleinen, steinernen Herzen. Seine Finger zuckten.
Aus seinem erstarrten Mund entwich ein hauchdünnes, kratziges Geräusch, das der Wind sofort davontrug. Es klang wie: »Hilfe...«
Aber es war ein Anfang. Vielleicht war die Strafe des Direktors doch nicht ewig. Vielleicht war sie nur eine sehr, sehr strenge Lektion. Eine Lektion, die Rüdi, der Gartenzwerg, jetzt ganz langsam zu begreifen begann. Mit einem Riss in der Schulter und einem winzigen Funken Hoffnung im Herzen.
Gullifred schrieb am 1.2. 2025 um 22:27:39 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Um diese Zeit kam ein junger Edelmann, Namens Aubry, nach London. Er war verwaist. Seine Eltern, die er schon in früher Kindheit verlor, hatten ihn und seiner einzigen Schwester ein sehr großes Vermögen hinterlassen. Die Vormünder nahmen sich mehr der Verwaltung seines Vermögens, als der Sorge für seine Erziehung an, und so blieb diese in den Händen von Miethlingen, welche mehr seine Phantasie, als seinen Verstand zu bilden suchten. Er besaß daher jenes hohe romantische Gefühl für Ehre und Aufrichtigkeit, welches täglich so viel Hundert Lehrlinge zu Grunde richtet. Er glaubte, alle Menschen müßten die Tugend lieben, und dachte, das Laster sey von der Vorsehung blos des scenischen Effectes wegen in das Weltdrama eingewebt worden; er dachte, das Elend in den Hütten bestehe blos in der Kleidung, die doch warm sey und dem Auge des Malers durch den unregelmäßigen Faltenwurf, die bunten Flecke darauf besser zusage. Mit einem Worte, er hielt die Träume der Dichter für die Wirklichkeiten des Lebens. Er war hübsch, frei und reich; drei Ursachen, warum ihn beim Eintritt in die heitern Zirkel der Welt viele Mütter umringten, und Alles versuchten, was ihre schmachtenden oder scheidenden Günstlinge mit den lebhaftesten Farben zu schildern vermochten, indeß die Töchter durch ihr glänzendes Benehmen, wenn er sich ihnen näherte, und durch ihre blitzenden Augen, wenn er die Lippen öffnete, ihn zu falschen Vorstellungen von seinen Talenten und seinem Verdienste verleiteten. Seiner romantischen Einsamkeit ganz hingegeben staunte er nicht wenig, als er fand, daß, die Talg- oder Wachslichter ausgenommen, welche nicht vor der Gegenwart eines Geistes, sondern aus Mangel an Lichtputzen flackerten, in dem wirklichen Leben durchaus kein Grund zu Anhäufung jener lachenden Gemälde und Beschreibungen vorhanden sey, wie sie sich in den Büchern fanden, die er zum Gegenstand seines Studiums gemacht hatte. Da er indessen einige Vergütung in seiner geschmeichelten Eitelkeit fand, war er im Begriff, seine Träume aufzugeben, als das außerordentliche Wesen, welches wir oben beschrieben haben, ihm in den Weg trat.
yggdrasil schrieb am 30.11. 2000 um 21:21:12 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
bis jetzt hatte ich erst zwei mal träume, die mir so vorkamen, als wären sie real. und beide male bin ich darin gestorben.
einmal, weil ich in einem auto sass, das auf den schienen fuhr, und dann kam uns ein zug entgegen. zuerst hatte ich alles noch aus meiner normalen perspektive gesehen, aber in dem moment, wo der zug mit uns zusammmenstiess, habe ich mich plötzlich selbst gesehen, wie ich durch einen schwarzen raum geschwebt bin, mit geschlossenen augen, in der gleichen position, in der ich im auto gesessen bin. das einzige was ich gedacht habe war »jetzt bist du also tot.« und da war ich schon wach, und hatte nur noch nicht die augen aufgemacht.
beim zweiten mal bin ich nicht gestorben, aber ich sass irgendwo und wusste, dass ich nicht allein bin, obwohl ich niemanden sehen und nichts hören konnte. ich sass nur die ganze zeit da, und wusste, dass ich in einer situation bin, aus der ich garantiert nie wieder rauskommen kann, sondern in der ich einfach sterben werde. das hat ewig gedauert, dabei sind doch träume sonst immer so kurz. der hier kam mir vor, als hätte er stunden gedauert, stunden in denen ich nichts anderes gemacht habe als zu wissen, dass ich bald tot bin.
Dein Erzieher schrieb am 16.11. 2025 um 00:29:32 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
„Ja, Herr Guyonnet, die Tracht hat mir wirklich gut gefallen!“ Der Richter lehnte sich in seinem Stuhl zurück und strich sich über den Schnurrbart. „Aber die Bestrafung hätte ruhig noch mehr Clowns vertragen können. Ein bisschen mehr Humor schadet nie, nicht wahr?“
„Clowns?“ fragte Guyonnet verwirrt und schüttelte den Kopf. „Ich dachte, wir sind hier nicht beim Zirkus!“
„Genau das ist der Punkt!“ Der Richter lächelte schelmisch. „Man muss das Leben mit einem Lächeln angehen. Und außerdem, wer liebt nicht ein bisschen Spaß?“
„Ich weiß ja nicht…“ murmelte Guyonnet, während er nervös an seinem Kragen zupfte. „Ich dachte, wir sollten die Strafe ernst nehmen.“
„Ernst? Ha! Wo bleibt da der Reiz?“ Der Richter klatschte in die Hände. „Stellen Sie sich vor! Die Rührung mit dem Rührstock war sehr schön, aber wir können den Scherz noch besser zur Geltung bringen!“
„Wie denn?“
„Stellen Sie sich vor: Ein nasses Handtuch aus dem Kühlschrank! Zwei Minuten über seine dreckige Rückseite legen, dann wegnehmen und ihm die Rührstock auf zählen!“
„Ähm… das klingt… interessant?“ Guyonnet kratzte sich am Kopf und versuchte, sich das Bild vorzustellen. „Und das soll witzig sein?“
„Natürlich! Wenn man das richtige Timing hat, wird das Publikum lachen! Und nach 30 Minuten das kalte Handtuch erneut auflegen! Warten und dann die weiteren verdienten Gelder dem Jungen verabreichen!“
„Was für Gelder?“ Guyonnet war jetzt völlig verwirrt. „Geht es hier um die Strafe oder um eine Art Comedy-Show?“
„Beides! Leben ist ein Spiel, mein Junge! Ein Spiel voller Überraschungen!“ Der Richter lachte laut auf. „Guter Tipp, nicht wahr? Ich werde das sofort beim nächsten Raben anwenden!“
„Raben? Ich dachte, wir sprechen von Strafen, nicht von Vögeln!“ Guyonnet konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Sind wir jetzt im Theater oder im Gerichtssaal?“
„Oh, beides!“ Der Richter grinste. „Man muss das Leben inszenieren! Wenn Sie den Rührstock schwingen, tun Sie es mit einem Augenzwinkern. Lassen Sie die Menschen lachen, selbst wenn sie bestraft werden!“
„Ich bin mir nicht sicher, ob das rechtlich einwandfrei ist…“
„Rechtlich? Pff! Wo bleibt da der Spaß?“ Der Richter winkte ab. „Die Gesetze sind nur Richtlinien. Wir müssen das Publikum unterhalten. Und wenn wir ein paar Lacher ernten, ist das die beste Strafe!“
„Ich weiß nicht…“ Guyonnet schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht sicher, ob das die richtige Methode ist.“
„Sie sind einfach zu ernst, mein Freund! Stellen Sie sich vor, der Junge bekommt das kalte Handtuch und denkt, er kommt davon. Und dann bam! Der Rührstock!“ Der Richter hob den Rührstock und schwang ihn in der Luft.
„Das klingt nach einem Plan, der schiefgehen könnte…“
„Schiefgehen? Das ist der ganze Reiz! Man muss Risiken eingehen!“ Der Richter lachte wieder, seine Augen funkelten vor Freude. „Und wenn es schiefgeht, gibt es immer eine gute Geschichte zu erzählen!“
„Eine Geschichte oder eine Klage?“ Guyonnet grinste. „Ich kann mir die Schlagzeilen schon vorstellen: ‚Richter bringt seinen Humor mit zur Strafe!‘“
„Das wäre doch ein Hit! Und ich wäre der Star!“
„Wenn das hier ein Theaterstück ist, dann will ich die Hauptrolle nicht spielen.“ Guyonnet schüttelte erneut den Kopf, aber sein Gesicht zeigte ein Lächeln. „Aber ich muss zugeben, die Vorstellung ist irgendwie… verlockend.“
„Sie sehen, das ist der Geist! Wir machen das Leben spannend! Und wer weiß, vielleicht wird das eine neue Methode zur Resozialisierung!“
„Resozialisierung mit einem Handtuch und einem Rührstock?“ Guyonnet konnte nicht anders, als zu lachen. „Das klingt nach einer der absurdesten Ideen, die ich je gehört habe!“
„Genau! Und ich liebe die Absurdität! Das Leben ist zu kurz für Langeweile!“ Der Richter klopfte auf den Tisch und grinste breit. „Also, was sagen Sie? Sind Sie bereit für ein bisschen Spaß im Gerichtssaal?“
„Ich denke, ich sollte besser einen Anwalt anrufen…“ murmelte Guyonnet, während er nachdenklich über die Möglichkeiten nachdachte. „Aber vielleicht… vielleicht könnten wir es wirklich ausprobieren. Wenn es nicht funktioniert, können wir immer noch sagen, dass es ein Clown war, der es vermasselt hat!“
„Das ist die Einstellung!“ Der Richter lachte herzhaft, und die beiden Männer schmiedeten Pläne für ihr komisches Gerichtsszenario, bereit, die Welt des Rechts auf den Kopf zu stellen.
Aurian schrieb am 17.5. 2000 um 16:53:13 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Abendträume
Zirpende Grillen,
Hinsterbend der Tag,
Leuchtende Villen
Am nahen Hang;
Wo Sonnenschein lag,
Liegt nun lang
Der Schatten im Hag.
Die Amsel singt
Hoch auf dem Dach,
Von ferne klingt
Der Kinder Lied;
Träume - ach.
Die Amsel flieht,
Ruft Kindheit wach.
Kurt Jochen schrieb am 1.4. 2025 um 21:43:14 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Die Sonne brannte auf die Backsteine des Pfarrhauses in Bülzenheim, als Rüdi mit einem Sack voll schlechter Ideen hinter dem Holunderbusch kauerte. »Heut kriegt der alte Bibelheini 'ne Überraschung«, murmelte er und spuckte Kirschkerne gegen die Gartenbank. Seine Leberhose sackte am Knie ein, während er sich zum Küchenfenster hochzog.
Ein metallisches _Klirr_ durchschnitt die Mittagsruhe. »Heiliger Strohsack – die Bratpfanne!« Rüdi hielt den gestohlenen Kupferlöffel wie einen Trophäenpokal über den Kopf. »Fürs Kartoffelpüree im Bülzenheim!«
Plötzlich schlug eine Tür. Pastor Karminski stand im Türrahmen, sein Haar wirbelte im Wind wie aufgescheuchte Taubenfedern. »Nu sagen Sie mal, junger Mann! Woll'n wir hier etwa die Passionsgeschichte in Diebeslatein umdichten?«
Das Herrenpastorenbüro duftete nach Mottenkugeln und vergessenem Weihrauch. Ein Apolstelbild starrte Rüdi an, während der Pfarrer einen meterlangen Quirl aus dem Wandschrank zerrte. »So. Gemäß Sprüche 13,24 gibt's jetzt praktische Seelsorge!«
Rüdis Knie schlotterten. »Äh...heilige Sauerampfersuppe, Herr Pastor – ist das nicht 'n bisschen... profan?«
»Profan ist getrunkenes Weihwasser, Junge!«
Ein riesiger Kakadu plumpste aufs Bücherregal. »Kantiger Kirchenvogel! Vögelchen klau! Vögelchen klau!«
»Still, Polykarp!«, fauchte der Pfarrer und verhedderte sich im Weihwasserwedel. Rüdi nutzte das Chaos, um zur Tür zu schleichen. Doch Karminski fing ihn am Kragen. »Oh nein, mein kleiner Levit. Jetzt üben wir die Freuden christlicher Demut. Zunächst: Biblische Reigentänze mit Küchenutensilien!«
Der Kochlöffel quietschte in Rüdis Handfläche. »Zwölf Uhr mittags? Herr Pastor, das ist doch–«
»Psalmen 149,3! _Sie sollen loben seinen Namen im Reigen_ – und zwar im Ringelpiez mit Anfassen! _Hüpf!_ «
Fünf qualvolle Minuten später klebte Rüdi schweißgebadet am Barockschreibtisch. Polykarp klaute ihm die letzten Pfefferminzdrops aus der Hemdtasche. »Zweiter Akt!«, rief der Pfarrer und schleuderte ein staubiges Matthäusevangelium aufs Holz. »Für jeden Übersetzungsfehler gibt's zehn Vaterunser auf den Latschen!«
Rüdis Augen wanderten zur Standuhr. »Also... ähm... _und sie folgten dem Stern bis zum Stall_... äh Topf?«
_Krack!_ Der Quirl traf die Tischkante. »Sie Tölpel! Die Arche Noah war kein Suppenkaspertheater! Hier – schrubben Sie lieber die Kanzel, bevor der Teufel Sie beim Spammen erwischt.«
Die Zahnbürste in Rüdis Hand sah aus wie ein Streichholz neben dem ausgetrockneten Weihwasserbecken. »Mit dem Ding? Da brauch ich doch bis–«
»Bis zur Wiederkunft Christi? Genau! Losgefegt!«
Als die Abendglocke läutete, hing Rüdi wie ein geköpfter Hahn über dem Beichtstuhl. Sein Hemd klebte voller Spinatflecken vom Pastorenmittagessen, die Hose voller Polykarp-Federn.
»Na mein Eierköpfchen?« Der Pfarrer musterte die blitzende Kanzel. »Donnerwetter – aus Ihnen könnte noch ein anständiger Ministrant werden. Wenn wir das mit der Kirchenrenovierung kombinieren...«
Rüdi röchelte ein Dankeslied, während er rückwärts zur Tür schlich. »Vollherzigsten Dank, Herr Pastor... äh... geschätzter Osterschinken! Eh... erfahrener Seelenhirte! Fast Achtziger, was?«
»Siebenundachtzig, junger Freund! Im Herbst gibt's Sondergottesdienst für mein diamantenes Seelsorgejubiläum.« Karminski tätschelte den Papageienkopf. »Da sehen wir uns dann wieder – mit weniger Frevel und mehr Vigilien, nicht wahr?«
Draußen pfefferte wütend Rüdi einen Kieselstein gegen die Kirchturmspitze. Sein Fluchen verhallte im Abendnebel, während Polykarps Gezeter aus dem Pfarrhaus schallte: »Uralter Sack! Uralter Sack!«
Und der Pastor summte beim Teezubereiten nur: »Halleluja – der Jungspund hat Potenzial. Wenn er bloß nicht schon wieder den Teppichklopfer klaut...«
ThinkforSky schrieb am 19.7. 2001 um 12:00:59 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Träume sind die Fantasie der Menschen.. ohne Fantasie ist der Mensch NICHTS Die Fantasie machte den Menschen lebendig, die Fantasie und somit die Träume helfen den Menschen mit ihrem Leben fertig zu werden.. sie helfen ein bißchen aus der harten Wirklichkeit zu entfliehen.. nur wer träumt der lebt.. oft erinnern wir uns nicht an unsre Träume, ob wir überhaupt geträumt haben wissen wir nicht.. dennoch sind sie ein Teil von uns, ein wichtiger Teil.. Genauso wie die Tagträume ein unabdingbarer Teil von uns sind.. Ein Stück Zukunftsplanung steckt darin und der Wunsch nach Liebe, Freude, Geborgenheit, nach Freiheit, Unabhängigkeit, schönem Leben, Fliehen vor Ängsten, Unbesiegbar sein, dem Leben alles schöne abzugewinnen, Erfolg gehört dazu genauso wie beliebt sein.. der perfekte Mensch einfach..
doch bedenke..
Man sieht nur mit dem Herzen gut,
das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
[aus: der kleine Prinz]
Nur wenn wir lieben sind wir unsterblich - auch ein wichtiger Satz, denn auch Liebe erhält den Menschen am Leben, macht ihn frei.. jeder Mensch braucht Liebe.. egal ob die Liebe des Partners, Geschwisterliebe, die Liebe der Eltern, der Freunde, der Bekannten, Verwandten, aller die einem was bedeuten.. Ohne Liebe ist der Mensch nichts, geht er unter!!
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