Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Träume«
yggdrasil schrieb am 30.11. 2000 um 21:21:12 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
bis jetzt hatte ich erst zwei mal träume, die mir so vorkamen, als wären sie real. und beide male bin ich darin gestorben.
einmal, weil ich in einem auto sass, das auf den schienen fuhr, und dann kam uns ein zug entgegen. zuerst hatte ich alles noch aus meiner normalen perspektive gesehen, aber in dem moment, wo der zug mit uns zusammmenstiess, habe ich mich plötzlich selbst gesehen, wie ich durch einen schwarzen raum geschwebt bin, mit geschlossenen augen, in der gleichen position, in der ich im auto gesessen bin. das einzige was ich gedacht habe war »jetzt bist du also tot.« und da war ich schon wach, und hatte nur noch nicht die augen aufgemacht.
beim zweiten mal bin ich nicht gestorben, aber ich sass irgendwo und wusste, dass ich nicht allein bin, obwohl ich niemanden sehen und nichts hören konnte. ich sass nur die ganze zeit da, und wusste, dass ich in einer situation bin, aus der ich garantiert nie wieder rauskommen kann, sondern in der ich einfach sterben werde. das hat ewig gedauert, dabei sind doch träume sonst immer so kurz. der hier kam mir vor, als hätte er stunden gedauert, stunden in denen ich nichts anderes gemacht habe als zu wissen, dass ich bald tot bin.
Nanni schrieb am 13.1. 2001 um 08:42:19 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Luise: »Immer wenn ich ins Bett soll, dann vermiss ich dich so.«
Mama: »Aber du schläfst doch gleich ein, und dann träumst du ein bißchen und
wenn du dann wieder aufwachst, wird es hell und ich mach euch das Frühstück.«
Luise: »Aber ich vermiß dich auch in meinen Träumen.«
Mama: »Dann ruf mich einfach, dann komm ich von meinen Träumen zu deinen
Träumen hinüber.«
Luise: »Aber das hab ich schon gemacht und du bist nicht gekommen.«
Mama: »Vielleicht hast du mich auch nur nicht bemerkt, weil du zu sehr mit
anderen Dingen deines Traumes beschäftigt warst?«
Anna: »Mama, oder du hast nicht den richtigen Weg gefunden und warst im
falschen Traum.«
Luise: »Ja, ich glaube Anna hat Recht. Ich erkläre dir den Weg dahin und dann kannst du mich
auch finden.
Wenn du zu meinen Träumen willst, dann mußt du erst immer im Kreis gehen und dann nach einer
langen Zeit einen golden und silbern glitzernden Weg nehmen. Du darfst auf keinen Drachenkopf
drücken und nicht nach links oder rechts schauen. Und .... und ganz am Ende kommt dann ein
großes goldenes Tor und wenn genau das Licht von einem Regenbogen darauf fällt, dann mußt du
hindurch gehen.«
Mama: »Aha.«
Anna: »Der Weg zu meinen Träumen ist ganz einfach. Immer geradeaus und
wenn eine Kurve kommt, dann nach rechts, und gleich nochmal rechts und dann
bist du schon fast da.«
Elki schrieb am 12.9. 2000 um 10:19:25 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Träumen ist viel besser als Kino. Ich hab sogar schon mal einen Manga geträumt.
Der letzte Traum an den ich mich absolut erinnern kann (weil ich ihn aufgeschrieben habe) war echt funky. Den Teil davon, den ich am interessantesten fand: Ich trinke aus einem Glas, da ist eine bernsteinfarbene Flüssigkeit drin, die nicht ganz klar ist, beim genaueren Hinsehen bemerke ich, dass eine Eidechse drin schwimmt. Sie schaut mich an, ich schau sie an und giesse das Gebräu aus. Die Eidechse fällt auf den Boden, schaut mich nochmal an, läuft ein Stück und dabei bemerke ich, dass ihr der hintere rechte Fuss fehlt und der Schwanz. Sie windet sich einmal um sich selbst und steht als schwarzhaarige Frau mit langen Haaren vor mir und fragt mich, ob ich mit ihr in die Disko gehen will...
Da geh ich schon lange nicht mehr hin!
jochbert schrieb am 1.2. 2025 um 22:16:58 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Vorgestern nacht habe ich von zwei Mädchen geträumt,
die waren furchtbar kregel und aufgeräumt.
Die eine hatte einen schwarzen Bubikopf und die andre einen braunen,
und sie hatten einander so lieb, das war einfach zum Staunen.
Sie waren leicht gekleidet – glatt zum Erkälten,
und sie taten einander immer Gleiches mit Gleichem vergelten.
Ich erwachte. Was war das gewesen?
In meinem großen ägyptischen Traumbuch steht zu lesen:
„Glückliches Familienleben.“
Gestern habe ich von lauter Umhängebärten geträumt.
Die hatten alle ein Glas, mit etwas, das schäumt.
Darauf stand: „Kochende Volksseele“ – aber sie machten niemand naß,
und der Sturm blieb im Wasserglas.
Darauf kam ein Reichswehrgeneral mit einem Wehrpflichtprogramm;
da rissen sie alle die Knochen vor ihm zusamm’.
Ich erwachte. Was war das gewesen?
In meinem großen ägyptischen Traumbuch ist zu lesen:
„Ihnen steht eine Republik ins Haus.“
Heute Nacht habe ich von einem Mann geträumt,
der hatte sich seinen Talar schwarzweißrot umsäumt.
Er rollte seine kleinen Kalmückenaugen und hackte auf mir herum –
ich stand hinter einer Schranke, und er redete laut und dumm.
Er sagte: „Was? Sie wollen über einen Generalfeldmarschall etwas dichten?
Über diesen großen Mann hat nur die Geschichte zu richten!
Ich lasse den Saal räumen! Ruhe! Sind Sie Kommunist? Jetzt rede ich!
Ich nehme Sie in eine Ordnungsstrafe! Was denken Sie sich eigentlich –?“
Und da wollte ich meine Meinung nicht länger verstecken.
Ich sage:
„Herr“, sage ich „... ...... .... .. ...... ......!“Aber wie das so ist in der Welten Lauf –:
grade, wenns am schönsten wird, dann wacht man auf.
Herr Guyonnet schrieb am 16.11. 2025 um 21:00:30 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Die Septembersonne warf lange Schatten über den verwilderten Garten von Nummer 17. Rüdiger Zumsel, von allen nur Rüdi genannt, wischte sich den Schweiß von der Stirn und stützte sich auf den Rechen. Seine 62 Jahre machten sich bemerkbar, besonders nach drei Stunden Unkraut jäten und Heckenschneiden. Neben ihm, auf einer schmiedeeisernen Bank, thronte der ehemalige Direktor des Bülzenheims. Mit 87 Jahren besaß er immer noch diese undurchdringliche Autorität, die Rüdi seit jeher einschüchterte.
»Eine verdammte Ewigkeit ist das her, diese Hecke«, keuchte Rüdi und warf einen Ast auf den wachsenden Haufen. Seine Hände, gewohnt an das Klappern von Tastaturen und das Versenden zweifelhafter Lederfetisch-Stories in sozialen Medien, waren voller Blasen.
Der Alte nippte an seinem Eistee. »Ordnung ist das halbe Leben. Das habe ich meinen Insassen immer gesagt.« Sein Blick wanderte über das frisch gestutzte Grün. »Sie haben Potential, Zumsel.«
Rüdi grinste. »Ach was, die Jugend von heute hat doch keinen Respekt mehr. War das bei Ihnen im Bülzenheim nicht strenger? Mit den Gefangenen? Mehr Disziplin?«
Ein seltsames Glitzern trat in die alten Augen des Direktors. »Nun, Rüdi. Klar.« Er stellte das Glas ab und richtete sich kerzengerade auf. »Aber wahre Strenge beginnt bei einem selbst. Du wirst jetzt mein Gartenzwerg.«
Rüdi lachte unsicher. »Haha, guter Witz, Chef. Ein Gartenzwerg. Sehr witzig.«
Das Lachen erstarb ihm in der Kehle. Ein kribbelndes Gefühl, als ob tausend Ameisen über seine Haut liefen, durchzog seinen Körper. Seine Gelenke knackten, sein Rückgrat schien sich zu stauchen. »Moment mal... was...?«
Seine Haut kühlte ab, verhärtete sich zu einer glatten, künstlichen Oberfläche. Das Grün der Wiese wurde plötzlich überwältigend groß, die Disteln ragten wie Bäume um ihn herum auf. Seine Arme erstarrten in einer grotesken Position, eine Hand zur Faust geballt, als halte sie einen unsichtbaren Spaten. Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei, der in der aufkommenden Brise verhallte. Das letzte, was er hörte, war die zufriedene Stimme des Direktors.
»Perfekt. Endlich mal ein Geselle, der nicht maulend sein Bier verlangt.«
*Knarr*.
So stand er nun. Rüdi Zumsel, 1,20 Meter groß, aus feinstem, wetterfestem Kunstharz. Seine Zumpfthose und das schlabbrige T-Shirt waren zu einer bunten, lackierten Malerhose und einer Zipfelmütze transmutiert. Sein einst so geschäftiges Gesicht, ständig am Smartphone, war zu einem frechen, aber erstarrten Grinsen erstarrt. In seinen Augen, oder dem, was einmal seine Augen gewesen war, spiegelte sich der pure Horror.
Die Tage zogen ins Land. Er erlebte Sonnenaufgänge, die er sonst nur verpasst hatte, weil er bis mittags schlief. Er spürte den sanften Regen, der über seine glatte Nase tropfte. Er ertrug die neugierigen Blicke von Spatzen, die auf seiner Mütze hüpften.
*Zwitscher, zwitscher!*
»Verpiss dich, du Federball«, dachte er wütend, aber sein Mund bewegte sich nicht.
Eines Nachmittags kam die Enkelin des Direktors zu Besuch, ein kleines Mädchen mit Zöpfen.
»Opa, der neue Zwerg ist aber komisch. Der guckt so böse.«
Der Direktor tätschelte ihr den Kopf. »Das ist der Rüdi. Der denkt nach. Früher hat er im Internet immer Unsinn verbreitet. Jetzt muss er zur Ruhe kommen.«
Rüdis geistige Stimme überschlug sich. *Unsinn? Das waren kunstvolle Erzählungen über Leder und verschmähte Liebe! Meisterwerke der digitalen Folter!*
Abends, wenn der Direktor auf der Bank saß, redete er mit ihm.
»Siehst du, Zumsel? Die wahre Disziplin ist die zur Untätigkeit. Du kannst nicht mehr spammen. Nicht mehr lügen. Du musst einfach nur... sein.«
*Gurgel, gluck* – das Geräusch des Direktors, der an seinem Schnaps nippte, war die Hölle für Rüdis empfindliches Gnom-Gehrn.
Nach einer Woche begann ein seltsamer Frieden in ihm zu keimen. Die ständige Jagd nach Likes, die obsessive Kontrolle seiner selbst erfundenen Geschichten – sie schienen so bedeutungslos. Der Geruch von nasser Erde nach einem Gewitter war echter als tausend virtuelle Kommentare. Das sanfte Summen der Bienen war eine bessere Melodie als das nervöse Piepsen seiner Smartphone-Benachrichtigungen.
Dann, an einem stürmischen Herbstabend, als der Wind heulend um das Haus pfiff, geschah ein Wunder. Ein besonders heftiger Stoß riss ihn von seinem Sockel. Er kippte nach vorn und landete mit einem dumpfen *Klack* auf dem feuchten Rasen. Ein Riss zog sich durch seine Harz-Schulter.
Und dann ein Gefühl. Ein winziges, kaum spürbares Pochen in seinem kleinen, steinernen Herzen. Seine Finger zuckten.
Aus seinem erstarrten Mund entwich ein hauchdünnes, kratziges Geräusch, das der Wind sofort davontrug. Es klang wie: »Hilfe...«
Aber es war ein Anfang. Vielleicht war die Strafe des Direktors doch nicht ewig. Vielleicht war sie nur eine sehr, sehr strenge Lektion. Eine Lektion, die Rüdi, der Gartenzwerg, jetzt ganz langsam zu begreifen begann. Mit einem Riss in der Schulter und einem winzigen Funken Hoffnung im Herzen.
Gullifred schrieb am 4.2. 2025 um 00:13:18 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
So oft, so oft im Traum der Nacht
Bin wieder ich im Kohlenschacht,
Und mühe mich und scharre dort
Wie sonst in Dunst und Qualm vor Ort –
Doch wie ich scharr’ auch immer drauf,
Die Kohlen kommen nicht zu Hauf’,
Die großen Wagen bleiben leer,
Und Hau’ und Hammer sind so schwer. –
Ich haste mich und scharr’ wie toll,
Die Wagen werden nimmer voll –
Die Lampe blakt, es schwelt der Docht,
Wie mir das Herz im Leibe pocht!
Wie’s mich bedrückt! Was ficht mich an?
Ist es die Näh’ vom „Alten Mann"? –
Kein Laut, kein Ton – so stumm und still –
Doch dann ein Pfeifen – scharf und schrill –
Und dann – es kommt mit Sturmeslauf –
Der Atem stockt – ich wache auf. –
So quält im Traum mich noch der Schacht,
Wie er mich elend hat gemacht
Die Jahre durch mit seiner Last –
Nun raubt er mir im Schlaf die Rast. –
Rüdiger schrieb am 14.11. 2006 um 12:07:17 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Wenn man einem Menschen mit schizophrener Psychose nachfühlen will, sollte man nur mal versuchen, sich an seine Träume zu erinnern.
Eugen Bleuer, der 1911 den Begriff Schizophrenie eingeführt hat schrieb, daß der schizophrenen Zerfahrenheit ähnliche Denkformen auch dem Gesunden nicht fremd sind. Im Traum finde man bei Gesunden ähnliches Überspringen von Erfahrung und Logik wie bei Schizophrenen.
Im Traum sind wir also alle (nahezu) schizophren, interessant wird es jedoch, wenn man versucht den Wahnsinn zu kontrollieren. Luzides Träumen, auch Bewußtes Träumen genannt kann dabei helfen, ist jedoch nicht so leicht zu erlernen. Wer es kann (mir ist es in meinem Leben circa fünfmal gelungen), macht Erfahrungen jenseits des vorstellbaren, hält er doch plötzlich den Traum in seinen Händen , und formt ihn nach belieben.
Gott für eine Nacht quasi.
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