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mcnep, am 15.4. 2002 um 22:38:46 Uhr
LouReed

In den letzten Jahren ist meine enthusiastische Begeisterung für ihn etwas abgeschlafft, doch es hat Zeiten gegeben, da habe ich von morgens bis abends nichts anderes gehört. Der Mann hat eine markerschütternd coole Stimme, es stört kaum, daß er sich seit den Wellblech Untergrund-Zeiten um anderthalb Oktaven nach unten gesoffen und geraucht hat (ist ja angeblich inzwischen auch clean, ab der zweiten Frau oder Leber werden diese alternden Rockstars ja fast alle seriös), er ist zwar kein Stratocaster-Paganini, dafür ein Meister der kalkulierten Rückkopplung; seine Texte sind gesungene Filme und er kann morbide Ohrwürmer komponieren wie keiner. Das Berlin-Album oder 'Songs for Drella' sind musikalisch-erzählerische Meisterwerke, gegen die selbsterklärte Schmerzexperten wie Morrissey oder Nick Cave niemals anstinken werden können. Auf seinen Konzerten verbreitet LouReed allerdings eine Art von Arroganz, die dem rückhaltlosen freudigen Abfahren meist im Weg steht, aber man muß ihm das Recht zugestehen, ein Publikum, daß ihn größtenteils nur wegen oller Kamellen aus den 60er und 70ern liebt doof zu finden und es das auch spüren zu lassen.


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