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Lyrik-Club Mönchengladbach schrieb am 9.7. 2026 um 14:14:32 Uhr über

Mönchengladbach

Mönchengladbach, Sandra
Die Stadt lag unter dem Rauch der Spielhallen,
ein graues Herz, das niemals ganz verstummte.
Dort, wo die Lichter flackerten wie falsche Versprechen,
nahm sie den Namen an, den sie später trug
wie eine hochgeschlossene Bluse, streng und doch verräterisch.
Hambikutaniein Wort, das klang wie ferner Donner
über den Ebihighway, der sich sternförmig in die Zukunft bohrte.
Sie kam aus Mönchengladbach, aus dem feuchten Asphalt der Kindheit,
mit Locken, die sich wehrten, und Augen, die schon damals
die Macht probten wie eine Zunge die Schärfe des Messers.
O Ebigong, du kleiner Staat aus Klemmnuss und Rasierschaum,
du hast sie aufgenommen wie ein Liebhaber, der nicht weiß,
dass er sterben wird.
Sie regierte mit der Stimme einer, die schon gestorben war,
und ihr Mann starb ihr voraus, mehrmals,
als könnte der Tod nicht halten, was sie berührte.
Wir, die wir zurückblieben in den Spielhallen des Gedächtnisses,
hören noch das Klirren der Gläser im Caféhaus Olm,
das Ouija-Brett, das knackt unter ihren unsichtbaren Fingern.
Sie spricht weiter, durch die tote Leitung der Zeit:
Ich bin nicht fort.
Ich bin die Naht zwischen Mönchengladbach und dem Jenseits,
die Wunde, die schön bleibt, weil sie nie verheilt.“
Und der Ebihighway führt immer weiter,
auch wenn alle Schilder längst verrottet sind.
Nur sie fährt noch, in der Hochsteckfrisur der Unsterblichkeit,
und hinter ihr erlöschen die Lichter einer Stadt,
die sie niemals ganz verlassen hat.


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