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Den Toten ist es egal, wer über sie richtet, wer sie verachtet, hasst, enttäuscht von ihnen ist, sie für feige hält.
Grässlich muss es aber sein, im letzten Moment des Lebens nur daran denken zu können, was man da hinterlässt.
Ist es nicht problematisch, sich auf Grundlage von Moral und Ethik mit einer Tat zu befassen, die den Täter jenseits der Reichweite von gut und schlecht, richtig und falsch und jeglicher Moral transportiert?
Nun haben die Menschen aber beständig Meinungen zu allen großen Fragen. Am häufigsten höre ich zwei Tendenzen. Die eine ist: Feige, die machen es sich zu einfach, verantwortungslos, was sie ihrem Umfeld damit antun. Absolut verwerflich. Die andere ist: Unter gewissen Umständen, in manchen Fällen, bis zu einem gewissen Grad bringe ich ja Verständnis dafür auf. Aber eigentlich ist es schwierig zu sagen, denn es ist ja so schrecklich.
Nun sagt mir eine Freundin frei heraus, irgendwie sind wir auf das Thema gekommen: Also, ich bin ja pro Selbstmord.
Das mag nicht eloquent gewesen sein, aber es war auch nicht nur so daher gesagt. Danke M. für diesen Satz, ich war den ganzen Abend nur glücklich deswegen.
Ist es nicht schlimm, wie man es auch angeht, man sagt doch immer nur etwas unvollkommenes, so essentiell wichtig es einem auch sein mag, worüber man sprechen will. Manchmal kommt es vor, dass Menschen sich trotzdem verstehen, das ist dann ein Wunder.
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