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Hannah war keine Unschuldige, oh nein, ganz und gar nicht. Andererseits zeigt sich am Beispiel der reifen Rubensdame ein Phänomen, das uns Frauen in nächster Zeit stärker wird beschäftigen müssen. Die Alltagsmode ist mittlerweile so freizügig geworden, dass viele von uns sich nicht mehr bewusst sind, was wir dem »anderen Geschlecht« alles von uns zeigen. Nackte, vom String zusammengepresste Arschbacken? Ganz normal, oder? Tief sitzende Jeans, die sogar den oberen Schamhaaransatz frei geben? Kein Problem. Oder? Tops, die nur die Hälfte der Brustwarze, dieses »Auges im Sturm voyeuristischen Verlangens« bedecken? Alles da, meine Lieben. Seht ihn euch an, den weiblichen Körper, geniesst all die aufgerichteten Nippel, die sich abzeichnenden Schamlippen und die gepiercten Bauchnäbel, die sich euch Männern Sommer für Sommer förmlich aufdrängen.
Bemerkenswert ist jedoch, dass die hier parodierten Klamotten nicht nur von lüsternen Männern designt werden, oh nein, ganz und gar nicht! Auch die holde Weiblichkeit hat die »Lust am Freigeben erotischer Körpermerkmale« entdeckt, und zwar voll und ganz. Klamotten, produziert für Frauen wie Hannah, die sich jetzt aufrichtet und sich den Staub von den Knien klopft. Sie streicht den Rock zurecht und macht sich auf den Weg ins Büro.
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