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Ebend habe ich seit langem mal wieder den Sommer gerochen. Ich war mit meinem Hund im Wald spazieren. Ich hatte wirklich schon vergessen, wie das ist. Ich dachte, ich ertrage kein Licht mehr, ich will keinen Sommer, ewigen Winter, ewiges Dunkel, nur so kann ich leben. Bloß kein Sommer, noch mehr laute, lachende, glückliche Menschen, zuviel, zu grelles Licht, fast zwanghafte Fröhlichkeit. Aber das ist nicht der Sommer. Den Sommer kann man spüren wenn man im Wald spazieren geht, nur ich und der Wald und dieser phänomenale Geruch, der mich an meine Kindheit, fröhliche Tage erinnert. Vielleicht ist das auch der Grund, dass ich mich dabei wohl fühle, denn Kindheit bedeutet Freiheit, Zwanglosigkeit, und das ist das, was ich suche. Ich will keinen Mallorca-Urlaub am Sandstrand, ich möchte den Sommer einfach genießen, hier zu Hause, in »meinem« Wald in dem ich ruhig sein kann und der mich irgendwie ohne Worte versteht oder mir das Gefühl gibt, ein zweites Zuhause zu haben, so eine Art Geborgenheitsgefühl. Mein Gott, das ist ja fast schon eine Idylle. Aber wenigstens kenne ich jetzt wieder die wahre Bedeutung des Sommers.
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