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Bewegende Trauerfeier für Erzbischof Dyba
Fulda (dpa) - Viele tausend Katholiken haben am Freitag in Fulda in einer bewegenden Trauerfeier Abschied vom gestorbenen Erzbischof Johannes Dyba genommen. Vor dem Dom verfolgten nach Polizeiangaben rund 6 000 Menschen die Messe auf einer Bildleinwand.
Im Gotteshaus nahmen unter anderem 40 katholische und evangelische Bischöfe aus dem In- und Ausland an dem Hochamt teil, darunter mehrere Kardinäle sowie Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die zu Dyba persönliche Kontakte hatte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, hob in seiner Rede die Gemeinsamkeiten mit Dyba hervor.
Dyba war in der Nacht zum Sonntag im Alter von 70 Jahren an Herzversagen gestorben. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Zu Beginn der fast drei Stunden dauernden Feierlichkeiten wurde der Sarg in einer Prozession von Soldaten in das Gotteshaus überführt - Dybas Mitra, Bischofsstab und Bischofskreuz wurden dabei mitgetragen. Bei der Beisetzung in der Grabeskapelle des Doms spielten zwei Kinder aus der Familie des Verstorbenen auf Geigen das Lied «Heilig, heilig, heilig» von Franz Schubert.
Lehmann betonte, trotz unterschiedlicher Auffassungen zum Beispiel über die Struktur der Schwangerenberatungsstellen habe man sich in der Wertung von Abtreibungen nicht unterschieden. Dies gelte auch für die Bemühungen um die Mutter und das ungeborene Kind. «Immer wieder hat man die verbleibende Gemeinsamkeit unterschätzt.» Dyba habe mit seiner Geselligkeit und seinem jungenhaften Charme mitgeholfen, dass sie stets «im einen Herrn» geblieben seien.
Der Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt sagte in seiner Predigt, Dyba habe seine katholische Grundauffassung bis zuletzt unverwechselbar deutlich gemacht. Er habe sich seinen Kritikern gestellt und sich in Übereinstimmung mit Papst Johannes Paul II. gewusst. «Er war ein Seelsorger, dessen Herz für die ihm Anvertrauten schlug, insbesondere für die Kinder, für die Familien, für die Kranken und Alten.» Mit Freude und Humor habe der die Frohe Botschaft glaubwürdig verkündet.
Zur Trauerfeier stellten Soldaten der Bundeswehr eine Ehrenwache, das Musikcorps spielte einen Trauermarsch und die Nationalhymne. Erzbischof Dyba war seit 1990 auch katholischer Militärbischof. Die Trauergäste im voll besetzten Dom erhoben sich von den Plätzen, als der Trauerzug von der Michaelskirche begann. Viele Bürger verfolgten stehend in den Seitenschiffen des Gotteshauses das Requiem. Die Stelle in der Grabeskapelle der Bischöfe, an der Dyba bestattet wurde, wurde mit einer Namensplatte gekennzeichnet werden.
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