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Stöbers Greif schrieb am 5.9. 2000 um 09:45:59 Uhr über

Dorotheus

Haut des heiligen Dorotheus, Text 4, 5. September 2000

Päpstliche Confirmations Bullen über die Aechtheit der Reliquie, Ablaßbriefe, Indulgenzen und mehrere Begünstigungen der Seele und des Leibes waren in der Stille zu Rom ausgewürkt worden; die heilige Haut wurde bey den Jesuiten öffentlich verehrt, Wallfahrten zu ihr angestellt, eine Bruderschaft a Sancto Corio errichtet und die ganze Christkatholische Welt dazu eingeladen und in Bewegung gesetzt. Die Herrn Jesuiten ließen an ihre Kirche eine eigene Kapelle für die heilige Haut anbauen, setzten ihr aus ihrem Mittel einen Custos, schlugen Einladungszettel an alle Kirchthüren, und des Verehrens, Aussetzens, der Andachtsübungen und der Wunder war kein Ende. Zuletzt ließen sie ein besonderes Bruderschafts-Büchel drucken, worinnen die Geschichte der heiligen Haut, ohne der letzten Besitzer zu gedenken, weitläuftig beschrieben war, und worinne 797 namentliche, authentische und mit Zeugen bestätigte Wunderthaten von ihr erzählt wurden.

Die Nonnen a Sancta Ursula waren nicht die letzten, denen alle diese Dinge zu Ohren kamen, ihr Kloster war nicht weit von den Jesuiten entfernt, sie konnten von der Zinne ihres Tempels die Prozeßionen der Wallfahrten mit ansehn, und das laute Gebet des Volks hören. Mutter Thekla nebst der Schwester Modesta, Crescentia und Cunegunda, merkten was sie gethan hatten, und empfanden die heftigsten Gewissensbisse, ihr eigenes Kloster einer so kostbaren Reliquie beraubt zu haben. Sie wendeten sich zuerst wieder an ihren Beichtvater, der dreist genug war, die ganze Sache abzuleugnen und vorzugeben, daß das eine ganz andre Haut sey, ob ihm gleich der Kupferstich mit den Stempeln in der gedruckten pompeusen »Beschreibung von der wunderthätigen Haut des heiligen Dorotheus« bey der R. R. P. P. Soc. Jes. Zu Macon, Antwerpen 1693. 12. auf das gründlichste widerlegte. Mutter Thekla hatte keine Ruhe in ihren Gebeinen, die Angst ihres Herzens wurde groß, und sie ergriff endlich das Mittel, sich an den Bischof zu wenden.

(Was wird der Bischof tun? Wir er den Nonnen ihr Recht verschaffen? Fortsetzung demnächst, bleiben Sie dran!)



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