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Tönt uns das Hämmern und Pochen aus der Kesselschmiede von Richard Hartmann noch gewaltig in den Ohren, und bewegt sich der colossale Dampfhammer noch vor unsern Augen, so athmen wir frei auf, wenn wir gleich hinter der Fabrik den Schloßdamm, den angenehmsten Spaziergang der Chemnitzer, betreten. Ein sehr großer Teich, theilweise mit Schilf bewachsen, breitet seinen Spiegel vor uns aus, eine Zahl bunter Schiffchen bewegt sich auf dem Wasser, von rüstigen Ruderinnen eben so oft als von jungen Männern in Matrosenkleidung bewegt. Den Hintergrund bildet der Schloßberg, ein sich lang hinziehender Hügel, auf welchem die Gebäude des ehemaligen Benedictinerklosters, aus der letzten Zeit des Klosterlebens stammend, eine würdige Gruppe bilden, das eigentliche „Schloß Chemnitz“, welches den stolzen Namen eines Schlosses annahm, als die schön gelegenen Klostergebäude zur Sommerresidenz einer churfürstlichen Wittwe eingerichtet wurden, ohne jemals wirklich zur Residenz zu dienen. Verunstaltet wird leider die Parthie durch die geschmacklosen Neubauten des gleich neben dem alten Kloster befindlichen Schloßvorwerks. Wir ersteigen den Schloßberg, erfreuen uns in einem der daselbst befindlichen öffentlichen Gärten der Aussicht über den Teich, der größte Theil der Stadt mit dem neuen Bahnhofsgebäude liegt im Vordergrunde, mit den zahllosen Dampfessen, diesem Wahrzeichen der ausgebreiteten, leider fast thurmlosen Stadt. Aber unser Führer drängt uns, die Stufen des Berges herabzusteigen, und zwischen der Schloßmühle, einigen kleinen Häusern, wie sie um alte Schlösser zu stehen pflegen, und der wohlbekannten Hübner’schen Wachstuchfabrik hindurch, dem kleinen Schloßwasser entlang zu gehen, bis wir nach wenigen Minuten auf einen freien Platz gelangen, auf welchem wir den Chemnitzfluß wiederfinden, der theils den mäandrisch sich windenden Mühlgraben füllt, theils in dem tiefen Bette des alten Wassers regelmäßig sehr wenig Wasser enthält. Vor uns sehen wir die Gebäude der sächsischen Maschinenbau-Werkstatt. Nur die älteren Gebäude sind von hier aus sichtbar, da sie den größern Theil des ausgedehnten Grundstücks bedecken.
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