|
»Wenn die antiken Völker das verteidigten, was sie ihre Freiheit
nannten, stand das Wort für ein klares und dringendes Interesse
von ihnen: Dass ihre Städte nicht zerstört würden, ihr Gebiet
nicht geplündert würde und sie selbst nicht in die Sklaverei
verkauft würden. (...) Vielleicht die tiefste Annahme der
klassischen Philosophie ist, dass die Natur und die Götter
einerseits und der Mensch andererseits beide einen festen
Charakter haben, dass es folglich eine notwendige Frömmigkeit,
eine wahre Philosophie, ein Standard-Glück, eine normale Kunst
gibt. (...) Daher verteidigte die Griechen ihre Freiheit nicht
bloß die Freiheit zu leben. Es war die Freiheit, gut zu leben, so
zu leben wie andere Nationen nicht lebten«
(George Santayana, »Selected Critical Writings of George Santayana«, 1968, 'Classic Liberty', translated by a artifical intelligence)
Der moderne Liberalismus ist zu einem puren Individualismus und dieser am Ende zu eine Art Gutschein für Egoismus verkommen. Wie wir aus dem Zitat entnehmen können, war das durchaus nicht immer so gemeint.
Im klassischen Weltbild bedeutete Freiheit das, was wir heute eine positive Freiheit nennen. Die Freiheit, seinem Gewissen zu folgen um »gut zu leben«. Jetzt hat aber niemand mehr den Glauben daran, dass es (erstens) eine »richtige Art zu leben« gibt, mit Ausnahme der Amerikaner; (zweitens) dass unsere Art zu leben gut und bewahrenswert ist.
Das sollte uns zu denken geben...
|