Ihr Tag beginnt mit einer Katzenwäsche: kaltes Wasser ins Gesicht, um wach zu werden. Frühstück? Nur einen kleinen Becher Joghurt läßt sie sich gefallen. Mit Erdbeeren. Der Weg zur Schule dauert mit dem grünen Fahrrad exakt sieben Minuten. Zurück sind es nur sechs. Den Nachmittag beginnt sie regelmäßig mit guten Vorsätzen, sich für den nächsten Schultag vorzubereiten. Länger als bis zum Anruf von Julia halten sie nie. Spätestens um fünf Uhr liegen Jeans und Bluse in der Ecke; die schwarze Reithose und das T-Shirt mit dem »speziellen Geruch« werden unter dem Bett hervorgekramt. Ab jetzt gibt es keine Möglichkeit mehr, sie zu erreichen. »Möchtest du mit ins Kino?«, »Wir gehn Eis essen. Bist du dabei?«, »Sonja und Kim haben einen Grill organisiert. Kommst du?« - Alles vergebens: Sie ist schon auf dem Weg zum Reitstall. Erst gegen neun Uhr abends, wenn sie mit Reiten, Ausmisten, Füttern fertig ist, wird sie die Gummireitstiefel zurück in dir Sattelkammer stellen. Ob sie dann gleich nach Hause kommt, ist auch nicht sicher. Schließlich sind Julia und Hannah ja auch noch da, um zu quatschen. Erkennst du sie? Sie heißt Gesa und ist mit Sicherheit das netteste Mädel, das ich kenne.