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PROBLEM DES NATURALISMUS II/2
Was sagt es also aus, wenn ein Mensch von sich selbst aussagt, er oder sie sei ein »Naturalist«?
Ich sehe drei mögliche Antworten auf diese Frage:
(a) Es handelt sich um einen griffigen Slogan, eine Art »Parole« (im alten Sinne), das die Weltanschauung der Person zusammenfasst und den Hörer eine Vorstellung vermittelt. So ähnlich wie ein Motto, das manchmal einem Buch vorangestellt wird.
(b) Es ist ein Bekenntnis. So wie jemand sich zur katholischen Kirche bekennen kann, auch wenn er im Zweifelsfall alle Dogmen und Kernlehren gar nicht kennt, z. B. noch nie vom Gnadenstreit gehört hat.
(c) Es ist eine Meta-Aussage der sprechenden Person über ihre eigene Weltanschauung.
Für den letzteren Fall muss man feststellen, dass sie wahr oder falsch sein kann, in Abhängigkeit davon, wie das Weltbild der betreffenden Person wirklich aussieht.
Ich glaube, in diesem Sinne sind viele sogenannte Naturalisten in Wahrheit überhaupt keine. Sie wollen ihr Weltbild nach den Naturwissenschaften hin orientieren, das Weltbild ist trotzdem nicht vollständig »naturwissenschaftlich«. Schon allein, weil sich Naturwissenschaften auch instrumental interpretieren lassen und der Naturalist ein Argument haben müsste, dass das ausschließt.
Der erste Fall, (a), scheint mir seine Aufgabe zu erfüllen.
Zum Fall (b), nur kurz. Es mag ein bisschen faul klingen, aber die mathematische Logik hat gezeigt, dass man gar nicht die möglichen Schlussfolgerungen aus jeder Prämisse nicht vorab ableiten kann.
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