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Der Kommissar ist allein. Er sitzt gemütlich in seinem Stuhl und beäugt den Schuh mit dem abgeschnittenen Bein von allen Seiten, er dreht ihn verkehrt herum und dann wieder zurück. Mit spitzen Fingern, damit keine Fingerabdrücke dadrankommen, er trägt Handschuhe. Dann nimmt er den Hörer ab. Er wählt eine Nummer.
»Hallo? Ist da die Redaktion?« Am anderen Ende verbindet jemand mehrmals. Nach einer Weile hat Schneider den richtigen Partner gefunden. »Ja, Schneider hier, Polizeipräsidium... genau, der bin ich. Also, folgendes: ich möchte, daß Sie eine Kampagne starten! Es dreht sich um die unaufgeklärten Morde, der letzte ist gerade erst passiert! Und dazu gibt es eine Spur, und zwar hier in meiner Hand halte ich einen Schuh, der nur dem Mörder gehören kann! Das Sonderbare daran ist, daß sich darin noch fast das ganze Unterbein des Täters befindet! Was sagen Sie nun? Drucken Sie bitte ein Foto von dem Schuh mit dem Bein ab, dann können Passanten den Besitzer schnell verpetzen, und wir haben einen gefährlichen Verbrecher.«
Es wird beratschlagt, wo und wie das Foto gemacht wird, dann legt der Kommissar auf. Er lehnt sich gemütlich in seinen Sessel zurück.
Das abgeschnittene Bein liegt auf dem Tisch, während der Kommissar versucht, den schönen Wildlederschuh anzuprobieren.
Er paßt wie angegossen.
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