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Ein leises Lüftchen wehte am Ufer, als ein langes Boot voll beladen mit Bananen den Fluß flutete. Auf der Kommandobrücke stand der Maat mit fliegender Hose und braungebrannt.
Er hatte diese Wehmut in den Augen, die wir nur von dem kennen, der die Weltmeere befährt. Was mußte dieser Kerl schon alles gesehen haben. Von Bangkok bis Honolulu, von Amsterdam nach New York, den Don runter nach Kanada oder am Missouri-Delta Tonnen von Weizenklee aufladen.
Seine gestählten Klauen griffen machtvoll um das Steuerrad. Hinter ihm, fast mit den Händen erreichbar, baumelten ein paar karierte Hemden im Wind zum Trocknen. Ein kleiner Kleffer rannte verspielt zwischen den einzelnen Bananenkisten her, dazu das Stampfen der Maschinen. Der Maat träumte gerade von Pommes mit Mayonnaise, als sein Schiff einen leblosen Körper rammte.
Beinahe wäre er koppheister von Bord gejumpt! Mit aller Kraft bremste er den Äppelkahn, dazu trat er mit gewaltiger Wucht in die Pedale, der Anker flog von der Kette, und die Bremsen heulten ihr Lied. Mit ein paar Tonnen aufgewühltem Sand machte der alte Teerjack sein Boot nun fest. Mit langen Schritten stieß er gen Bug. Da bot sich ihm ein Bild des Grauens: eine halbverweste Leiche war nach langer Zeit auf dem Grund des Flusses endlich aufgetrieben, wohl nicht der Tatsache allein zu verdanken, daß die beschwerenden Steine abgetrieben waren, sondern auch von den Fäulnisgasen, die sich bilden bei Wasserleichen, obwohl oder vielleicht weil keine Luft drankommt, ich weiß es nicht. Der Maat hatte gerade in ein Marmeladenbutterbrot gebissen, und es schmeckte ihm immer noch, weil er alles in seinem Leben schon einmal gesehen hatte.
Cool, mit dem letzten Bissen zwischen den Zähnen, packte er ins Wasser und holte mit seinen starken Armen den armen Tropf aus seinem nassen Grab. Jetzt mußte er aber doch fast kotzen, denn der Tote hatte überhaupt keinen Unterleib mehr, statt dessen ragte das letzte Ende des Rückgrats alleine raus, und daran war eine bunte Schleife befestigt mit der Aufschrift: »Er war ein langweiliger Skatbruder!« Der Maat warf den Körper auf das Deck und machte sich daran, die Aale aus dem Kopf zu ziehen, um sie vielleicht zu kochen. Er schlug sie auf jeden Fall an Ort und Stelle kaputt.
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