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»Nein, tu das nicht!«
Er tat es.
Er setzte zu einem tiefen Schluck an.
Doch bevor er den Mund noch ganz voll hatte, wurde ihm der faulige Geschmack bewusst und er setzte abrupt mit einem Grunzlaut ab, worauf er den Schluck Kotze, den er soeben noch im Mund gehabt hatte, grimassenschneidend auf den Asphalt spuckte.
»Pfui Deibel, das schmeckt ja widerwärtig!«
»Hab ich dir doch gesagt,« antwortete ich besserwisserisch, ein Grinsen nicht unterdrückend.
»Du bist vielleicht ein Idiot.« Jetzt grinste ich noch breiter.
»Ach ja?« Er wischte sich den Mund ab.
»Ach ja. Wer ist so dumm und probiert einen Schluck aus dem Füllhorn eines Bronzedenkmals, nur weil es gerade geregnet hat und die dazugehörige Statue ein hübsches Fahrwerk hat? Wir sind hier nahe der Innenstadt, du kannst dir doch denken, dass hier ein paar betrunkene Sacklbicka vorbeigekommen sind und ihren Mageninhalt kreativ losgeworden sind...«
Er schnitt dieselbe Grimasse noch verbissener als vorhin, würgte und spuckte auf den Boden.
»Hör bitte auf...« Er krächzte fast.
»Das Wasser in der Scheibenwaschanlage meines Autos ist sauberer,« spöttelte ich.
»Dein Auto! Gib mir die Schlüssel! Bitte! Bitte!«
Ich gab ihm die Schlüssel. Ich wusste, er würde aus der Scheibenwaschanlage trinken. Ich dachte mit einer gewissen Genugtuung daran. Das Frostschutzmittel würde ihm das Fürchten lehren, hehe. Auf dass er niemals wieder aus dem Füllhorn trinke!
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