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Yahwe Mutabo schrieb am 31.12. 2005 um 00:53:05 Uhr über

DasFüllhornDesEwigenErbrechens

Wir waren nun dabei, während die Schweineunseres“ Schweinemästers geschlachtet wurden. Links neben uns befanden sich die lebenden Schweine, die lebenden Schweine mit dem eigenen Tod vor Augen, denn sie mussten von dort mit ansehen, wie ihre toten Artgenossen zerlegt wurden. Jedesmal, wenn eines von ihnen der elektrischen Betäubung zugeführt wurde, alle Schweine ängstlich schreiend. Der Oberschlachter zur Betäubung: „Gas lehnen wir ab, das verknüpft man ja auch immer so mit Unangenehmem, Sie wissen schon... - wir betäuben lieber mit Strom, da kann man auch besser eingreifen, wenn es mal nicht auf Anhieb klappt, wohingegen bei Gas, das sind schlimme Minuten.“

Betäubt, durch eine Klappe in den Schlachthof fallend, kamen dann die Tiereunseres“ Schweinemästers vor unseren Augen an. Einige sich noch sehr stark windende Tiere wurden mit einer Stromzange nachbetäubt. Schwein für Schwein am linken Hinterbein kopfüber am Fließband aufgehängt, auch die zweimal Betäubten sich windend und zappelnd, manche öffneten den Mund, stumme Schreie, bekamen sie bei lebendigem Leib das Schlachtermesser in den Hals gerammt, die Kehlen aufgeschnitten, jedes Mal ergoss sich ein Schwall von Blut auf den Schlachter, der sich kurz mit einem Wasserschlauch das warme Blut von der Schürze spritzte, während die hängenden Schweine mit ihren aufgeschlitzten Hälsen, immer noch zappelnd, in eine riesige Wanne ausbluteten.

Alles nur Nervenzucken“, so der Oberschlachter, während er Vorträge hielt über seine Arbeit und Fleisch. Die viele schwere Arbeit im Schlachthof, die ja keiner zu schätzen weiß. Die armen Bauern und die armen Schlachter, die aufgrund der schlechten Fleischpreise so leiden. „Man braucht Fleisch“, er ist davon überzeugt und glaubt das wirklich, obwohl doch sogar gerade zwei gut aussehende „lebende Beweisedafür, dass er irrt, mit einer Kamera in der Hand neben ihm stehen. „Stellen Sie sich mal vor, ohne Fleisch wäre doch niemand in der Lage, so schwere Arbeit zu tun wie die der Bauern oder der Metzger hier im Schlachthof.“

Nach dem Ausbluten kamen die Schweine zum Säubern und Entborsten in einen riesigen Ofen, aus dem oben die Flammen herausschlugen, glitschten jeweils zu zweit dort wieder heraus, bekamen die letzten Borsten mit Messern weggeschabt, die Ohren abgeschnitten, neben dem Ofen der Boden lag voller kleinster abgeschnittener Schweineteile. Dann wieder am Fließband aufgehängt, wurden den Schweinen die Bäuche aufgeschlitzt, die noch warmen dampfenden inneren Organe und Därme herausgerissen, um danach von Männern mit Massenmördergesichtern und Kettensäge in zwei Hälften zersägt zu werden.

Am Ende die Fleischbeschau, Stempel drauf, fertig ist das Fleisch. O-Ton des Oberschlachters, der die ganze Zeit, in diesem furchtbaren Schlachtfeld stehend, über Gott und die Welt plauderte: „Kriege, wo Unschuldige verstümmelt und getötet werden, sind grausam, unnötig und unerträglich.“

Beim Herausgehen lieferten wir unsere Overalls und Hüte wieder im Büro bei zwei Damen ab. Denen fiel beim Anblick von unsTierschützernnichts Besseres ein, als festzustellen: „Was heute in den Altenheimen abgeht, das ist grausam. Und was man Kindern alles antut, furchtbar!“ Und der Schlachthof? „Ich kann das nicht ansehen“, so die eine. Einig waren sich die beiden Fleischesserinnen, dass man noch nie drin war und auch niemals da rein gehen will. „Wir essen unser Fleisch und das da geht uns nichts an.“ Ignoranz tötet - und wir können uns sicher sein, dass diesen beiden im Schlachthof tatsächlich schlagartig der Appetit auf Fleisch vergehen würde, wenn sie endlich ihre Augen und ihre Herzen öffnen würden.

Etwa 400 Schweine werden täglich in diesem Schlachthofverarbeitet“. 100 000 sinnlos getötete und zerstückelte Schweine jedes Jahr alleine in diesem Schlachthof. Unvorstellbare 40 Millionen Schweine werden jedes Jahr in deutschen Schlachthöfen geschlachtet. 40 Millionen Schweine - Schweine, die bis zu ihrem schrecklichen Ende ihr ganzes Leben nur gelitten haben. Als kleine Ferkel ihren Müttern weggenommen, werden ihnen unter Höllenschmerzen von Menschen die Schwänze abgeschnitten, die Zähne abgebrochen, die Ohren durchstanzt, sie werden betäubungslos kastriert, und verstümmelt und zurechtgeschnitten für die Fleischindustrie geht ihr Leiden weiter, eingepfercht in dunklen, dreckigen Kerkern, ein Leben auf Spaltenböden in den eigenen Exkrementen, ohne Beschäftigung.

Dadurch verrückt geworden verstümmeln sie sich gegenseitig vor Stress und Beschäftigungslosigkeit, sie sehen niemals Sonne, niemals Regen, außer in den fünf Minuten des Wartens auf den Tod vorm Schlachthof. Sie haben bis zu ihrem Tod nie den Rüssel in die Erde wühlen können, niemals auf einem Ast herumgekaut, niemals ein Nest bauen dürfen, niemals im Schlamm gesuhlt. Um am Ende diesesLebenskopfüber aufgehängt bei lebendigem Leibe den Hals aufgeschlitzt zu bekommen und zu Fleisch verarbeitet zu werden. Ein Krieg gegen Unschuldige. Grausam, unnötig und unerträglich.


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