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Wie umfangreich die publizistische Tätigkeit Ion Marin Sadoveanus auch gewesen sein mag, seine konstante Beschäftigung galt der Situation des rumänischen Theaters. Seine Leidenschaft für das Theater hat sein ganzes Leben beeinflußt. Sadoveanu war zur gleichen Zeit Zuschauer, Dramenautor, Theaterkritiker, Theaterhistoriker und Theaterdirektor. Leider ist es ihm nicht gelungen, alle Theaterchroniken, die er im Laufe der Jahre in verschiedenen Publikationen der Zeit veröffentlicht hat, in einem selbständigen Band zu sammeln, sonst erfreuten wir uns heute eines für die rumänische Fachliteratur äußerst wichtigen Werkes. Viele Artikel erschienen in den rumänischen Zeitschriften Gîndirea, Revista vremii, Contemporanul, Cuget românesc, Teatrul, Rampa. Im Rahmen der Spalte Drama und Theater und Theaterchronik wurden die Aufführungen der Bukarester Theater kommentiert, wichtige, pertinente Urteile im Hinblick auf die dramatischen Texte gefällt, originelle Meinungen zum Verhältnis Autor-Regisseur-Schauspieler geäußert. Sadoveanu versuchte immer wieder, die rumänischen Theaterproduktionen in einen größeren universalen Kontext zu situierten und setzte sich stets für die Erneuerung der Ausdrucksmittel auf den Bühnen ein. Der unerschöpfliche Ideenreichtum seiner Schriften, der sich gut mit dem essayistischen Gedankengut Hofmannsthals vergleichen läßt, beschränkt sich nicht nur auf die einheimische Problematik des Theaters, sondern ermöglicht einen ausführlichen Einblick in das Schaffen von Autoren wie Shakespeare, Goethe, Molière, Calderón usw. Sadoveanu als Chronist und Hofmannsthal als Essayist erfassen wesentliche Merkmale der Theorie und der Geschichte des Theaters sowie Einzelheiten über Vertreter des rumänischen bzw. des österreichischen Theaterlebens einerseits und der Weltbühnen andererseits.
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