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Im Halbdunkel des fahlen Laternenlichtes legten sich zwei zittrige Hände um ihren Hals und drückten zu.
Die Frau war unterwegs gewesen. Jetzt ist sie umgebracht worden. Diesmal nimmt der Mörder sein Opfer mit. Er buckelt die schwere Gestalt auf seine mächtigen Schultern und geht mit schweren Schritten durch den Forstweg. Seine Jacke ist die Jacke eines Jägersmannes, dazu trägt er Knickerbocker. Ein Paar geschnürte Halbschuhe tragen ihn mit seiner Last durch einen morastigen Boden. Er biegt vom Feldweg ab und geht auf eine Straße zu. Die Gegend hier ist der Stadtteil, in dem Kommissar Schneider sein Zuhause hat. Die Stadt ist wie leergefegt, die Menschen sind unmittelbar nach der Aussprechung der Evakuierung sofort geflohen. Dicke Schlösser hängen an den Türen und Toren. An Kommissar Schneiders Haus hält der Mann an und legt die Leiche vorsichtig, ohne unnötige Geräusche zu machen, vor die Fußmatte. Er klingelt und haut ganz schnell ab. Kommissar Schneider tritt zur Türe hinaus und wundert sich zunächst, daß überhaupt jemand noch in der Stadt zu sein scheint. Er läßt seinen Blick umherschweifen. Dann erblickt er die zusammengekrümmte Gestalt auf dem kleinen Weg, der zu seiner Haustür führt. Noch einmal sieht er sich um, dann bückt er sich und horcht an der Person. Es ist ein Mann, kein Zweifel. Er wendet ihn, da erschrickt er sich fast. Der Mann ist eine Frau! Ganz klar, sie hat sich als Mann getarnt. Und sie ist, so kann der Kommissar schnell untersuchen, erwürgt worden. Es kann sich hierbei nicht um den Serienmörder handeln. Doch bei der weiteren Untersuchung stellt sich für Kommissar Schneider die Frage: Woher kennt er die Person? Als er in der Manteltasche eine abgesägte Hundefutterdose findet, bekommt er einen Geistesblitz! Na klar, das ist die Frau, die er sucht! Der Mörder, besser gesagt die Mörderin! Da schellt im Wohnzimmer das Telefon. Seine Frau ist auch evakuiert worden, deshalb muß der Kommissar selbst drangehen. »Hier Kommissar Schneider?« Der Kommissar steht mit Matsch an den Schuhen auf dem hellen Teppich. Am anderen Ende ist ein merkwürdiger Mann. Er behauptet, zu wissen, daß eben wieder eine Frau umgebracht wurde. Die Telefonzelle, in der der Mann steht, ist ganz in der Nähe. Der Mann trägt Handschuhe und einen angeklebten Bart. Er sieht aus, als wolle er erpressen. »Herr Kommissar! Sie haben gerade eine Frau erwürgt! Schauen Sie mal an den Hals der Frau und nehmen Sie die Fingerabdrücke. Vergleichen Sie sie mit Ihren eigenen.« Der Anrufer legt auf. Kommissar Schneider kann nichts dagegen unternehmen. Er hätte gerne länger mit dem Anrufer gesprochen, dann hätte er nach einer Weile den Ort ausmachen können, von wo der Anruf herkommt. Er hatte schon die Verbindung zum Dezernat aufgenommen. Zu spät.
Die ganze Aktion gerade war nur ein Ablenkungsmanöver, denkt der Kommissar. Er ist sehr schlau. So schnell legt man ihn nicht rein. Und als der Kommissar wieder nach draußen kommt, ist die Leiche wieder weg. Genau das hatte sich der Kommissar gedacht. Es war wahrscheinlich ein Pärchen, das aus dem Fall »Zieh dich aus, du alte Hippe« Kapital schlagen will. Die beiden hatten sich abgesprochen, der eine spielt die vermeintliche Leiche, der andere den Erpresser. Quatsch. »Nicht mit mir, Freunde! Neeee!« Der Kommissar schlägt seinen Mantelkragen hoch und geht weg.
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