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Franziska schrieb am 25.12. 2005 um 20:56:36 Uhr über

DasFüllhornDesEwigenErbrechens

Eines Tages bei Familie Wildschwein. Schlammi und Schmutzi, die beiden Ferkel, waren allein zu Hause. Ihre Eltern waren bei den Großeltern. Und die Kleinen hatten keine Lust gehabt. Schließlich war es ein weiter Weg bis dort hin und die drückende Hitze würde ihn fast unerträglich machen. So hatten Fettbauch und Dickerchen ein Einsehen mit ihren Kindern gehabt und sie daheim gelassen. Natürlich hatten sie ihnen lang und breit erklärt, was sie tun durften und was nicht, aber eigentlich wußten sie schon, daß das nichts nützen würde. Die Wildschweineltern kannten ihre Kinder nämlich gut. »Endlich allein«, freute sich Schmutzi. »Da sagst du was«, stimmte Schlammi ihm zu. »Laß uns doch mal in den Schränken unserer Eltern wühlen. Mal sehen, was sie da drin versteckt haben«, schlug Schmutzi vor. »Wir haben aber doch versprochen, daß wir nicht in ihren Sachen herumschnüffeln.« »Ist doch egal«, meinte Schmutzi, »sie werden nichts davon merkenUnd so machten sich die beiden ans Werk und öffneten einen Schrank. »Schau mal, was Mami für blöde Hüte hat«, grunzte Schlammi. »Ich find den nicht schlecht«, meinte sein Bruder und setzte sich einen mit Blumen verzierten Strohhut auf. »Jetzt siehst du aus wie Mama«, meinte Schlammi, »nun mußt du nur noch sagen: «Schlammi-Kind, hilf mir in der Küche.» Schmutzi lachte und sprach: «Schlammi-Kind, komm in die Küche und trockne abDabei verstellte er seine Stimme. «Hier sieh mal, Mami hat auch noch so ein komisches Ding, mit Kugeln dran», Schlammi hatte ein kleines Kästchen geöffnet. «Das ist Mamis Perlenkette», verbesserte Schmutzi und nahm sie an sich. «Gib mal her», rief Schlammi. «Nein!» «Doch!» «Nein, hol sie dir, hol sie dir», lachte Schmutzi. Und Schlammi warf sich auf seinen Bruder. Sie kämpften genau so lange um die Perlenkette bis sie auf einmal zerriß und viele kleine Kügelchen über den Boden kullerten. «Oh Mist, jetzt haben wir sie zerrisssen», sagte Schmutzi. «Komm, wir legen sie zurück in die Schachtel und tun so als wäre nichts gewesen", schlug Schlammi vor. Und Schmutzi war einverstanden. Gemeinsam suchten sie das Zimmer nach den Perlen ab und als sie meinten alle aufgelesen zu haben, ließen sie die kaputte Kette im Schmuckkästchen verschwinden und stellten es zurück in den Schrank.

»Laß uns mal sehen, was Papi hat, der besitzt bestimmt nicht so zarte Gegenstände, die bei jeder kleinen Rangelei gleich in die Brüche gehenAlso widmeten sich die beiden frechen Kleinen dem Kleiderschrank ihres Vaters. »Schau mal, Papa hat so komische Stricke. Wozu braucht man die. Bindet man damit etwa Blumensträuße?«, fragte Schmutzi. »Das sind Krawatten. Die trägt man, wenn es ein schönes Fest im Zauberwald gibt«, sein Bruder Schlammi wußte Bescheid. »Mal sehen, wie die Dinger an mir aussehen.« Schmutzi hängte sich gleich vier auf einmal um. Er zerrte aber so sehr daran, daß die Knoten aufgingen. »Da wird sich Mami aber freuen«, meinte Schlammi, »du weißt doch ganz genau, daß sie ungern Papis Krawatten bindet.« »Wir müssen es ihr ja nicht auf die Nase binden, daß wir das waren. Es könnte ebensogut Papi gewesen sein.« Schlammi stimmte zu. Sie mußten es ja nicht gewesen sein. »Was hat denn Papi noch für Sachen«, fragte Schmutzi. »Mal sehen«, Schlammi wühlte im obersten Fach. »Oh eine Sonnenbrille«, freute er sich und förderte sie stolz zutage. »Setz mal auf, setz mal auf«, forderte Schmutzi ungeduldig. Schlammi setzte sie sich auf die Nase. Doch irgendwie war sein Kopf dicker als der seines Vaters. Er drückte solange an den bügeln herum, bis einer davonflog. »Kaputt«, stellte Schmutzi fest. Die beiden legten die Brille zurück in den Schrank, so als wäre nichts geschehen, verschlossen die Tür und gingen. sie hatten aber nicht bemerkt, daß sie eine der Krawatten eingeklemmt hatten.

»Was machen wir jetzt«, fragte Schmutzi. »Wir müssen irgendetwas zeitaufwendiges tun. Etwas, das wir unseren Eltern sagen können, wenn sie fragen, was wir gemacht haben«, meinte Schlammi. Und so saßen sie am Küchentisch und überlegten. Die Minuten verrannen und die beiden Geschwister hatten nicht die leiseste Ahnung. »Am besten, wir fragen jemanden«, meinte Schlammi schließlich. Und da Schmutzi keine bessere Idee hatte, liefen sie in den Wald hinaus. Dem Wildschweinhaus am nächsten lag die Wohnung von Hüpf. »Mal sehen, was dieser kleine Nußknacker für einen Vorschlag hat«, sagte Schmutzi. Und so riefen sie unter dem Eichhörnchennest den Namen des kleinen Eichhörnchens. Hüpf hörte die beiden und schaute heraus. »Was gibt es denn?«, fragte er. »Wenn du allein bist, was machst du da schönes«, fragten sie. »Ich stelle zumindest keinen Unsinn an. Und wenn ihr lieb sein wollt, könntet ihr für eure Eltern einen Kuchen backen. Sie würden sich bestimmt darüber freuen.« "Gute Idee, lobte Schlammi und schon flitzten die beiden Wildschweine zurück nach Hause. Sie hatten es plötzlich sehr eilig, denn so ein Kuchen brauchte seine Zeit.

Sie holten eine Tüte Mehl, Zucker, Eier, Butter und etwas Milch und vermischten die Zutaten zu einen Teig. Natürlich folgten sie dabei keinem Rezept und so schmeckte der Teig auch. »Egal, er ist zwar viel zu süß, aber das muß uns ja nicht interessieren. Wir stellen ihn jetzt trotzdem in den Backofen und machen einen Kuchen draus«, meinte Schlammi. »Du hast recht, sonst müssen wir uns ja etwas anderes ausdenken, was wir getan haben«, stimmte Schmutzi zu. Gesagt, getan. Natürlich fetteten sie die Form nicht ein und als dann erste zarte Rauchwolken die Küche einnebelten, war das Unglück perfekt. Der Kuchen war verbrannt. Verzweifelt versuchten ihn die kleinen Wildschweine aus der Form zu klopfen. Es wollte ihnen nicht gelingen.

In diesem Augenblick betraten Dickerchen und Fettbauch die Küche. Als sie den verkohlten Kuchen sahen, mußten sie lachen. Sie ahnten ja auch noch nicht, welche Überraschungen ihnen ihre Kinder noch bereitet hatten. »Gib mal her«, sagte Dickerchen zu Schlammi und nahm ihm die Form aus den Pfoten. Dann holte sie ein großes Messer und kratzte den Kuchen heraus. Papa Fettbauch war inzwischen ins Schlafzimmer gegangen und wollte seinen Sonntagshut in den Schrank legen. Da sah er die Bescherung. Die Krawatten waren allesamt aufgeknotet und seine Sonnenbrille besaß nur noch einen Bügel. Er ging gefährlich langsam in die Küche. »Was habt ihr beide heute schönes gemacht?«, fragte er leise. »Kuchen gebacken«, riefen sie wie aus einem Munde. »Und, was noch, ich habe eure Spuren in meinem Schrank gefunden?«, bohrte Fettbauch weiter. Es hatte keinen Zweck zu lügen. Die beiden Ferkel gestanden, allerdings verheimlichten sie weiterhin die Sache mit der Kette. Vielleicht bemerkte das ja keiner. »Und habt ihr auch in meinen Sachen geschnüffelt«, sprach sie Dickerchen an und sah ihnen in die Augen. »Nein«, Schmutzi hielt dicht. Doch Schlammi konnte den Blicken seiner Mutter nicht standhalten und gab alles zu. »Wir haben euch vertraut und waren sicher, daß ihr so etwas nicht tut«, sagte Fettbauch enttäuscht. »Kommt nicht wieder vor«, versprachen die beiden. »Darauf wollen wir uns nicht verlassen. Die nächsten fünf Mal kommt ihr mit zu Oma und Opa. Und wenn wir danach denken, ihr könnt noch mal allein zu Hause bleiben, werden wir es euch erlauben«, sprach Dickerchen. »Och nicht zu Oma und Opa, der Weg ist zu anstrengend und es ist dort immer so langweilig«, knurrten die beiden Ferkel im Chor. »Das interessiert uns nicht«, sagte Fettbauch, »ihr hättet uns ja auch beweisen können, daß wir euch zu Recht vertraut habenUnd eine saftige Strafe folgte dem ganzen auch noch. Schlammi mußte zwei der vier Krawatten binden und sein Bruder die anderen beiden. Dann mußte Schmutzi die Perlen der Kette auffädeln und Schlammi wurde zu Puh geschickt, der die Brille wieder in Ordnung bringen sollte. Also hatten sie nichts als Ärger von ihrer Neugierde. Deshalb immer schön die Finger von den Sachen eurer Eltern lassen. Ihr habt eigene Sachen, die oftmals viel interessanter sind. Und vor allem winkt euch euer eigener Bettzipfel. Laßt ihn nicht zu lange winken, sonst ist er traurig. Wir können uns ja ein andermal wieder im Wald treffen.


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