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Cedric Deberché schrieb am 30.12. 2005 um 23:28:04 Uhr über

DasFüllhornDesEwigenErbrechens

Wenn sie mit Daniel am Telefon sprach, kribbelte es in ihrem Bauch und sie mußte viel lachen. Daniel lachte auch. Er wollte in den Osterferien wieder zu Besuch kommen, sein neues Fahrrad mitbringen, damit sie in noch weiter entfernte Wiesen fahren konnten, aber an Ostern waren die Gräser in den Wiesen noch nicht so hoch, daß man sie darin nicht mehr sehen konnte.
Enni verlor sich in Gedanken, verlor sich mit den Blicken im Wasser des Rheins, verlor sich in Badeanzugs- und Badehosenfarben, hörte Stimmen um sich herum und stellte die Füße auf, wippte auf den Zehen, spannte die Waden an und war wieder bei den Balubas. Sie würde einen Tanz erfinden, der genau so hieß, Baluba-Tanz. Endlich würde ihr Körper all die schönen Bewegungen machen können, die in der Ballettstunde verboten waren. Wenn es überhaupt noch gehen würde, wenn nicht doch in ihrem Bauch etwas war, wenn sie nicht schon vorher sterben mußte. Manchmal vergaß sie es, manchmal dachte sie einfach nicht mehr daran, aber dann kam es wieder.
Enni, sagte die Vaterstimme hinter ihr und als sie sich umdrehte fielen ihr Frösche ein und Heuschrecken. Der Vater war so dünn, lang und dünn, und seine Unterhosen waren naß und sehr grün. Sie mußte lachen.
Du hast etwas verpaßt, sagte der Vater, wirklich.
Nein, sagte Enni.


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