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„Das Maß sei voll; er könne und wolle nicht mehr geduldig mit ansehen, wie sein Emil, sein einziger Sohn, mißhandelt werde aus keinem anderen Grunde, als weil er ein Jude sei und fest im Glauben seiner Väter stehe. Bis jetzt habe er es ertragen in der Hoffnung, daß aus den oberen Klassen einer gelehrten Schule dergleichen Brutalitäten ein für allemal verbannt seien. Er sei mir ja persönlich auf das Innigste dankbar für den Schutz, den ich nach wie vor seinem Emil gewähre; aber dieser Schutz genüge ihm nicht; er wolle den des Gesetzes. Und der werde ihm nicht werden. Diese Ueberzeugung habe er aus seiner Konferenz mit dem Direktor gewonnen„ von welchem er eben komme. Der Direktor habe nicht versprochen, den jungen Herrn Astolf von Vogtriz zu bestrafen, sondern den ,Schuldigen‘, und wer der sei, werde erst die Untersuchung herausstellen. – ,Nun Herr Direktor,‘ habe ich gesagt, ‚ich habe es etwas eilig und keine Zeit, das Resultat abzuwarten, bei dem sich am Ende herausstellt, daß mein Emil ,der Schuldige‘ ist. Ich ziehe es vor, ihn aus einer Anstalt zu nehmen, in welcher ein Knabe selbst in der obersten Klasse nicht ungestraft Jude sein kann. Lieber soll er drei Jahre die Muskete tragen; lieber unter der Last, der seine Schultern nicht gewachsen sind, zusammenbrechen, als noch einen Tag länger die Zielscheibe vergifteter Pfeile sein.‘ – Das habe ich gesagt, und das Wort werde ich halten, so wahr ich Isaak Israel heiße! He?“
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