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Hans schrieb am 30.11. 2010 um 21:38:11 Uhr über

Auspeitschen

Also auspeitschen ging bei uns so: Die Eltern wollten keine Störungen ihres geruhsamen Tagesablaufes. Wenn die Prüfungen ungenügend waren, wenn wir zu spät aus der Schule kamen, wenn wir uns bei Tisch anstiessen, wenn wir laut waren, wenn wir frech waren, wenn die Eltern dachten, wir hätten irgendetwas von dieser Liste verbrochen, dann sagte der Vater: Geh, hol das Peitschchen! Da wurden wir ruhig. Ganz ruhig! Denn jetzt ging's los: Wir mussten in die Küche gehen und uns dort ausziehen. Ohne ein Wort natürlich und ohne die geringste Stosserei und ohne »Du bist schuldWir wussten, dass der Vater und die Mutter, sonst alles verschärfen würden. Wenn wir nackt in der Küche standen, mussten wir die Eltern rufen. Wenn diese kamen, mussten wir nebeneinander hinstehen und schweigen. Vater sagte dann: Ihr wisst ja, warum ich euch jetzt auspeitsche! Wir sagten knapp: Ja, Vater! Mutter keifte: Kurt, diesmal aber nicht wieder zu knapp! Vater nahm sich jeden von uns vor, ob man nun etwas verbrochen hatte oder nicht. Die Eltern fanden, schaden könne es ja nicht. Man musste sich - einer und eine nach dem andern - über den Küchentisch beugen, und dann fiel die Peitsche hart und streng auf unsere Hintern, langsam und ohne Ende - wie wir meinten. So 20 Hiebe gab's jedesmal. Mutter hetzte den Vater zu mehr auf und zu härteren Hieben. Und der Vater folgte noch so gerne. Ja, wir wurden richtiggehend ausgepeitscht bis wir volljährig waren. Wir waren ja auch nichts anderes gewöhnt


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