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gerichteter Graf (wer sonst) schrieb am 15.3. 2026 um 13:01:43 Uhr über

Buddhismus

Im Kontext des westlichen Kulturraumes, der ja an die islamische Welt grenzt und von der Antike her kommt, hat der Buddhismus etwas sehr seltsames. Da ist eine Religion, die mit Göttern so wenig am Hut hat, dass eine Kategorisierung in Monotheismus, Polytheismus, Atheismus, Non-Theismus etc. keinen Sinn mehr zu ergeben scheint.
Die großen monotheistischen oder abrahamitischen Religionen -- Christentum, Islam, Judentum, Mormonismus, die Anhänger von Johannes den Täufer und wie sie alle heißen -- legen extrem großen Wert auf den Monotheismus. Die Gleichstellung von Gott mit anderen Wesen gilt als höchster Frevel und ist positiv verboten. So sehr verboten, dass das Verbot selbst verbindlicher Glaubensinhalt ist und die Vorstellung eines Polytheismus sich so im kulturellen Gedächtnis erhalten hat, auch wenn sie sonst längst ausgestorben wäre.
Da draußen gibt es sprichwörtlich Gläubige, die Dinge wie Glücksspiel, Politik, Fernsehen usw. deshalb kritisieren, weil diese Dinge den Platz Gottes im Herzen der Menschen einnehmen.
Assmann schrieb deshalb von einer »sekundären Religion«, die auf der Negation der »primären Religionen«, den Polytheismen des Altertums, basiert.

Auch die Philosophen des Altertums und sich anschließend dann gingen von der Existenz eines einzigen Gottes aus.

Der Buddhismus ist im Vergleich dazu ganz anders.
Häufig wird der Buddhismus deshalb als »atheistische Religion« dargestellt. Das ist falsch. In den buddhistischen Kerntexten, den Pali-Kanon, kommen Götter und der Brahma explizit vor. Der Buddha spricht sogar mit den Brahma!
Der Unterschied zum Monotheismus ist nur, dass die Buddhistische Lehre eine Erlösung nicht als Gnade der Götter versteht, sondern als etwas, das Menschen sich erarbeiten können. Das ist der starke Kontrast zum Standard-Christentum.
Er ist eine Religion, die die Frage nach Gott schon gar nicht mehr interessiert.
Für den westlichen Menschen machen Konzepte wie Seele, Erlösung, Freier Wille und Schuld ohne einen Gott keinen Sinn mehr; der Buddhist lächelt weise und denkt an das Karma, das spirituelle Gesetz von Ursache-und-Wirkung.


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