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Unordnung ist von ihrer Natur her nicht destruktiv... genauso, wie Ordnung nicht konstruktiv sein muss... beides sind nur zwei Aspekte desselben Chaos. Und das Chaos selbst ist auch wertfrei.
Außerdem muss Destruktivität nicht schlecht sein, denn Konstruktion und Destruktion gehen immer Hand in Hand. Wir können nicht von Null an erschaffen, wir formen nur um. Eine neue Form ersetzt eine alte Form. Das Alte vergeht, das Neue entsteht.
Vielleicht gibt es (ein oder mehrere) Wesen, das sich über diese Beschränkung hinwegsetzen können. Das wären dann Götter. Vielleicht auch nur einer, wer weiß.
Im Gegensatz zu uns wäre solch ein Wesen dann positiv, weil er etwas einfach in die Welt setzen könnte, ohne Vorraussetzungen (»positiv« von lat. »ponere« = setzen/stellen/legen), ohne Rohmaterial, einfach »creatio ex nihilo«, Schöpfung aus dem Nichts. Vielleicht geht das auch andersherum, also VerNICHTung, AusLÖSCHung (völliges Verschwinden).
Nicht nur ZerSTÖRung (also eine so massive Störung, daß die vorherige Form nicht mehr erkennbar ist, nichtsdestoweniger bloß eine Umformung), die wir Menschen auch beherrschen. Wir Menschen sind nämlich negativ (von lat. »negare« = verneinen), was nicht heißt, daß wir schlecht sind. Wir brauchen einfach nur für alles, was wir tun, Rohmaterial. Für uns gilt: »Von nichts kommt nichts.«
OK, jetzt hab' ich mich völlig verzettelt... auf jeden Fall stimmt die pauschale Gleichung Chaos=Unordnung=negativ=destruktiv=schlecht, die immer in unseren Köpfen herumschwirrt, nicht oder zumindest nicht in jedem Fall. Genausowenig wie Ordnung=positiv=konstruktiv=gut.
Hmm. Genug geschwafelt (mir fehlt irgendwie Struktur, aber es ist ja schließlich ein Artikel über Chaos), wir schalten zurück zum Blaster...
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