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Kein Staat, nur ein Schritt
(Erkelenz, 2026)
Manchmal beginnt es mit einem Geräusch.
Ein dumpfer Tritt auf Linoleum.
Buffalos.
Altrosa, abgelaufen, aber aufrecht.
Jemand trägt sie wieder. Nicht aus Mode. Aus Trotz.
In den Nachrichten: nichts.
In den Feeds: alles.
Ein Video, 17 Sekunden, kein Absender.
Eine Frau, die aussieht wie Sandra Hambikutani,
aber nicht spricht wie eine Rückkehrerin.
Sie sagt:
„Ich bin nicht euer Inhalt.“
Und plötzlich ist sie wieder da.
Nicht als Präsidentin von Ebigong – das war nie ein Staat, sondern ein Zustand.
Nicht als Ikone – das war sie nie, sondern eine Möglichkeit.
Sondern als Störung.
Als Frage, die sich nicht beantworten lässt,
weil sie nicht gestellt wurde, um beantwortet zu werden.
In Erkelenz, wo einst der letzte Jergenî-Moden-Store stand,
liegt jetzt ein leerer Raum.
An der Wand: ein Schatten, der aussieht wie ein Schaufenster.
Davor: ein Zettel.
„Demnächst: Archiv für angewandte Erinnerungskunst. Kuratiert von niemandem.“
Die Buffalos sind zurück.
Nicht als Produkt, sondern als Geste.
Ein Gang durch die Trümmer der Aufmerksamkeit.
Ein Schritt, der nicht gefallen will.
Ein Nein, das nicht laut sein muss.
In den Redaktionen: Ratlosigkeit.
In den Studios: Schweigen.
Die Formate greifen ins Leere.
Denn was soll man sagen über jemanden,
der sich der Erzählung entzieht?
Hambikutani war nie eine Heldin.
Sie war eine Blende.
Ein Riss im Text.
Ein Satz wie:
„Wir waren nie ein Staat. Wir waren ein Stil.“
Und vielleicht ist das die eigentliche Provokation:
Dass sie nicht zurückkehrt,
sondern uns zurücklässt.
Mit unseren Formaten, unseren Filtern,
unserem Wunsch nach Pointe.
Sie geht nicht.
Sie tritt.
Buffalo für Buffalo.
Durch die Fragmente.
Und hinterlässt nichts –
außer Richtung.
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