Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Hambikutani«
Zeitzeuge schrieb am 6.6. 2011 um 13:08:58 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
ihre besten öffentlichen Auftritte hatte Sandra sicher zu Beginn Ihrer politischen Karriere.
Ich erinnere mich genau, immer im Kostüm, das zwar Ihre tolle Figur stets betonte. Aber die Rocklänge knapp übers Knie war durchaus als seriös zu bezeichen. Außerdem trug sie immer eine hochgeschlossene Bluse dazu, den Kragen mit einer großen Brosche verschlossen. In Verbindung mit der Hochsteckfrisur sprachen Kritiker zwar von einem streng-biederen Gouvernanten Look, der sie außerdem älter machte.
Doch waren dies negativen Stimmen in der Minderheit und tatsächlich war das genaue gegenteil der Fall.
Der strenge Look brachte Ihr die nötige seriöse und auch energische Ausstrahlung, die von Nöten war, um sich auf der politischen Bühne durchzusetzen.
Mit Erfolg wie bekannt war.
Auch kaschierte Ihr Outfit keineswegs Ihr junges Alter. Hinter der hochgeschlossenen Bluse und der Hochsteckfrisur erkannte man zu jeder Zeit die junge, attraktive Frau, die Sandra war.
Sicher, später, als sie es geschafft hatte und sich nicht mehr beweisen musste, wurde die Röcke schon mal kürzer, die Bluse offener.
Aber wann immer wichtige Termine oder harte Gespräche anstanden, setzte Sandra auf das strenge Outfit.
Sie wusste es nach wie vor geschickt einzusetzen, immer in dem Bewusstsein, was Ihr zum Erfolg verhalf.
Bolle der Olle schrieb am 4.4. 2024 um 20:56:25 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Liebe Leserinnen und Leser,
stellt euch eine Welt vor, in der Sandra Hambikutani noch unter uns weilt. Mit ihrer unerschütterlichen Stimme hätte sie die Pandemie und den Krieg in der Ukraine nicht nur kommentiert, sondern auch bekämpft. “Die Welt geht unter? Nicht an meiner Wache,” hätte sie verkündet, mit einem kämpferischen Funkeln in den Augen und der Überzeugung, dass wir alle das Ruder herumreißen können.
Sandra, die Ikone, die nicht nur Worte, sondern Taten sprechen ließ. Die nicht nur standhaft blieb, sondern voranschritt. Die nicht nur eine Führungspersönlichkeit war, sondern eine Revolutionärin der Herzen. Und ihr Partner? Ein Verbündeter im Kampf für Gleichberechtigung, der wusste, dass wahre Stärke in der gemeinsamen Sache liegt.
Ihr Abschied mag wie ein abruptes Filmende erscheinen, doch ihr Erbe ist ein Meisterwerk, das uns inspiriert, das Skript unserer Gesellschaft neu zu schreiben.
Also, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, lasst uns nicht nur in Gedenken an Sandra handeln, sondern auch in ihrem Geiste weiterkämpfen. Lasst uns die Welt nicht nur ein bisschen besser, sondern radikal gerechter gestalten – für Sandra Hambikutani und für uns alle.
Bis zum nächsten Mal, euer Bolle
Sandra Memories schrieb am 15.7. 2026 um 19:14:33 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Lange Jahre später
Lange Jahre später vor dem Theater in Rheydt. Der Wind streicht über den roten Teppich, der bis fast zum Marktplatz reicht. Zwischen den Fahnen der Sponsoren hängen übergroße Schwarzweißporträts von Sandra Hambikutani. Auf jedem lächelt sie anders. Als hätte selbst die Erinnerung sich nie entscheiden können, wer sie eigentlich gewesen war.
Die Stadt hat gelernt, mit ihr Geld zu verdienen. Was einst provozierte, schmückt nun Plakatwände, Kulturprogramme und Imagebroschüren. Mönchengladbach wirbt inzwischen mit der “Heimat der widerspenstigsten Frau der Literatur”. Busse bringen Besucher zur Hambikutani-Ausstellung, Reisegruppen kaufen Souvenirs, Stadtführer erzählen Legenden, die sie selbst nicht glauben.
Drinnen wechseln sich Politiker, Unternehmer und Kulturfunktionäre mit geübter Eleganz am Rednerpult ab. Jeder beansprucht ein Stück ihres Vermächtnisses. Die eine nennt sie eine Visionärin, der nächste eine Rebellin, ein Dritter eine Humanistin. Niemand erwähnt, dass sie sich jeder Vereinnahmung widersetzt hatte. Niemand spricht von den Texten, in denen sie Präsidentin eines imaginären Staates war, dann wieder Revolutionärin, Philosophin, Hollywood-Ikone oder schlicht eine Frau, die sich weigerte, in eine einzige Geschichte zu passen.
Im Foyer verkauft der Museumsshop Tassen mit entkernten Zitaten. Schlüsselanhänger. Duftkerzen. Eine limitierte »Sandra Edition« Niederrhein-Gin. Daneben wirbt ein Versicherungskonzern mit dem Sandra-Hambikutani-Preis für Verantwortung. Das Logo trägt ihr Profil. Die Teilnahmebedingungen sind länger als jedes Manifest, das man ihr je zugeschrieben hatte.
Ein Film läuft in Dauerschleife. Er erzählt vom »Mädchen aus Mönchengladbach«, das auszog, um Hollywood zu verändern. Von ihrem tragischen Ende. Von ihrem Mut. Von ihrer Inspiration. Kein Wort darüber, dass sie in den zahllosen Erzählungen nie dieselbe Person gewesen war. Dass sie gerade deshalb faszinierte, weil sie sich jeder eindeutigen Wahrheit entzog.
Während im Saal höflich applaudiert wird, flimmern auf den Smartphones der Gäste die Nachrichten des Tages vorbei. Schlagzeilen über den anhaltenden Erfolg der AfD in Teilen Ostdeutschlands. Talkshows diskutieren Prozentpunkte, Strategien und Umfragen. Kommentatoren sprechen von Schicksalswahlen. Kaum jemand spricht über die Entfremdung, den Frust oder die politischen Versäumnisse, aus denen solche Ergebnisse entstehen.
Sandra hätte wahrscheinlich nicht die Schlagzeile kommentiert. Sie hätte die Kameras kommentiert. Sie hätte gefragt, warum dieselben Gesichter seit Jahrzehnten dieselben Floskeln sprechen und anschließend überrascht tun, wenn niemand mehr zuhört. Sie hätte sich über die Empörung lustig gemacht, die nur bis zur nächsten Werbepause reicht. Wahrscheinlich hätte sie sich mit niemandem gemein gemacht. Sie hätte alle provoziert.
Draußen stehen ein paar Ältere unter den Platanen, Pappbecher in der Hand. Einer erinnert sich an die ersten Geschichten, damals, als Sandra noch keine Marke war, sondern eine Zumutung.
»Komisch«, sagt er. »Früher hat sie alle provoziert. Heute ist sie Sponsor.«
Drinnen hebt die Schlusslaudatio an. Die Moderatorin spricht von Heilung, Zusammenhalt und der Kraft gemeinsamer Erinnerungen. Das Publikum erhebt sich. Standing Ovations.
In genau diesem Moment flackert die Leinwand.
Der Hochglanzfilm zerreißt.
Statt orchestraler Musik erscheint ein nüchterner Konferenzraum. Schlechte Beleuchtung. Keine Schnitte. Keine Dramaturgie.
Eine Stimme sagt:
»Die politischen Anspielungen müssen raus.«
Eine zweite:
»Das mit Hollywood lassen wir drin. Tragik verkauft sich.«
Eine dritte:
»Die Satire versteht sowieso niemand.«
Kurze Pause.
Dann trocken:
»Die Hinweise auf den Rechtsruck streichen wir ebenfalls. Das macht die Sponsoren nervös.«
Gelächter.
Noch eine Stimme:
»Aus ihr machen wir eine Marke. Marken widersprechen nicht.«
Im Saal wird es still.
Die Kameras laufen weiter. Mikrofone zeichnen jedes Räuspern auf. Die ersten Gäste verlassen ihre Plätze. Andere greifen hektisch nach ihren Telefonen. Livestreams beginnen. Die Sponsorenlogos über der Bühne leuchten unbeirrt weiter, als wäre nichts geschehen.
Draußen lächelt der alte Mann zum ersten Mal an diesem Abend.
»Jetzt«, sagt er leise, »ist sie wieder da.«
In diesem Augenblick begreifen alle, dass Sandra Hambikutani nie an Hollywood zerbrochen ist und auch nicht an ihrer eigenen Legende. Zerbrochen ist der Versuch, sie in eine gefällige Erinnerung zu verwandeln.
Zum ersten Mal seit langer Zeit gehört Sandra Hambikutani niemandem mehr.
Nicht der Stadt.
Nicht den Sponsoren.
Nicht den Nachlassverwaltern ihrer Legende.
Nicht den Politikern.
Nicht den Medien.
Nur noch dem Skandal.
Und genau deshalb ist sie wieder gefährlich.
Hambikutani schrieb am 1.3. 2009 um 17:03:46 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Journalist und Kolumnist des Ebigonger Tagblatts. Geboren 1975. Wohnort: Ebigong. Lebt mit einer Kellnerin aus dem Cafehaus Meinhard zusammen. Die Kolumne wird wöchentlich von etwa 75000 Ebigongern gelesen.
Hambikutani Memorial Service, Erkelenz, Germany schrieb am 16.3. 2011 um 08:20:36 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
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Sandra Hambikutani die beste Staatspräsidentin ever!
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