Paul Celan (geh. 1920) TODESFUGE Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends wir trinken und trinken Ein Mann wohnt im Haus und spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends wir trinken und trinken ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habtihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng 204 Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts Deutschland wir trinken dich mittags der fc)d ist ein Meister aus wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau it bleierner Kugel er trifft dich genau er trifft dich n' oldenes Haar Margarete ein Mann wohnt im Haus dein . henkt uns ein Grab in der Luft er hetzt seine Rüden auf uns er sc ist ein er spielt mit den schlangen und t,äumet der Tod Meister aus Deutschland dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith Josef K. MrOsik AUS EINER TOTEN STRASSE der Brand. Und als ein Rauchpilz, der sich rasch verdichtet, Hier stand ächer und der Häuser funkelndes Gerät. verglühten D lumenbeet jählings ertranken Buch und B ichtet, im Meer von Flammen, das sich, zitternd aufger über das stürzende Gebälk im Nu ergoß. Dann er Moder, der fraß rieselte das lange, bange Schweigen und dann d und fraß. Niemand trug dies Maß gen kann. der schmerzen aus, und keiner ist, der es ertra Es riecht nach müll jetzt und nach brittrern Mord. Der Himmel senkt sein düsteres Gehänge von grauen Wolken über dieses steinerne Gedränge. Die Disteln sprießen, Spinne, weben fort und fort. und manchmal, abends, steigt ein Bild mit leidenschaftlich breiter Gebärde aus dem öden Ort', ein bleiernes Gesicht schlägt grell die Augen auf, de, wunde Mund spricht eiter. stumm: Warum, warum? und ohne Antwort wächst die Frage w 205