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„Tom beim Bewerbungsgespräch – oder: Wie man mit null Demut alles ruiniert“
Tom hatte beschlossen, dass sein Genie in der aktuellen Firma nicht ausreichend gewürdigt wurde. Also bewarb er sich bei einem hippen Start-up, das laut Website „Innovation at the edge of chaos“ versprach. Perfekt für jemanden, der selbst Chaos in Business-Casual war.
Er kam zum Gespräch in einem weißen Rollkragenpullover – bei 28 Grad – und einer Sonnenbrille, die er nicht abnahm.
„Ich will nicht arrogant wirken“, begann er, „aber ich bin wahrscheinlich die beste Entscheidung, die Sie heute treffen werden.“
Die Personalchefin, eine stoische Frau namens Iris, blinzelte einmal, als hätte sie gerade innerlich gekündigt.
„Tom, erzählen Sie uns doch etwas über Ihre bisherigen Erfahrungen.“
„Klar. Ich habe viele Projekte geleitet. Also, nicht offiziell. Aber ich habe oft gesagt, was besser laufen könnte. Die Leute hören mir zu. Manchmal. Wenn ich laut genug rede.“
Dann kam die Frage nach Teamfähigkeit.
„Ich bin super im Team. Solange das Team versteht, dass ich meistens recht habe.“
Iris versuchte, professionell zu bleiben. Doch dann kam der Moment, der alles kippte.
Tom lehnte sich zurück, verschränkte die Arme und sagte:
„Ich hab übrigens Ihre LinkedIn-Seite gesehen. Ganz nett. Aber ich hätte da ein paar Tipps fürs Branding. Ihr Foto wirkt ein bisschen… müde.“
Stille.
Eisige, messerscharfe Stille.
Iris stand auf, ging zur Tür, öffnete sie und sagte:
„Tom, danke für Ihre Zeit. Wir melden uns. Niemals.“
Tom ging, überzeugt davon, dass er sie beeindruckt hatte.
„Sie war sprachlos. Ich hab wohl wieder mal einen bleibenden Eindruck hinterlassen.“
Und so verließ er das Gebäude – ein Mann, der dachte, er sei ein Leuchtturm, während alle anderen ihn als Nebelmaschine sahen.
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