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Mann in Hemdsärmeln in meinem Hotel. Steckte seinen rosa Kopf heraus, als ich gerade gegen 22 Uhr den Gang entlang zu meinen Zimmer ging, und schlug einen Schlummertrunk vor. Ich wollte ihn nicht beleidigen, also setzten wir uns auf sein Bett und tranken Whiskey. Er hatte sich offensichtlich zu Tode gelangweilt und versuchte aus meiner kärglichen Gesellschaft nun soviel wie möglich herauszuholen. Fing an, mir in wortreichem Detail alles über seinen Zuckerbetrieb in Florida zu erzählen, seine Gründe, nach Valdosta zu kommen (um farbige Arbeitskräfte einzustellen), und alle möglichen ausgefallenen Besonderheiten seiner Fabrik. Mein ganzer Körner war ein einziges großes Gähnen. Immer wieder schielte ich auf die Uhr —dachte, ich gebe ihm noch 10 Minuten, dann haue ich mich hin. Als ich in der Tasche nach Streichhölzern kramte, fiel eine kleine Pillenschachtel heraus, die ich zum Nachtfaltersammeln auf beleuchteten Veranden benutzte, und rollte über den Boden. Er hob sie auf und bemerkte: «Könnte meine sein: Ich nehme sie zum Nachtfaltersammeln.» Es stellte sich heraus, daß er Entomologe war und früher einmal mit dem Amer[ican] Mus[eum of] Nat[ural] Hist[ory] in Verbindung gestanden hatte, wo ich gearbeitet hatte. Nun sah ich nicht mehr auf die Uhr. Das ist das zweite Mal, daß ich mich so getäuscht habe (das erste Mal war bei Prof. Forbes in der Bostoner U-Bahn).
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