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IBM schrieb am 5.10. 2001 um 23:28:12 Uhr über

Kugelkopfschreibmaschine

Die Schreibmaschine

Schreiben ist eine uralte Kulturtechnik. Die erste Mechanisierung gelang Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert mit der
Erfindung des Buchdruckes. Dieses Verfahren war und ist für den täglichen Gebrauch zu aufwendig. Erst die Erfindung der
Schreibmaschine erlaubte die Mechanisierung von Schreibarbeiten im Alltag.

Die erste Schreibmaschine wurde 1714 von H. Mill zum Patent angemeldet, war jedoch praktisch kaum brauchbar. Weitere
Entwicklungen von Schreibmaschinen entstanden im 19. Jahrhundert. Darunter waren auch 4 Modelle des Südtirolers Peter
Mitterhofer, die er zwischen 1864 und 1869 gebaut hatte. Diese hatn kreisförmig angeordnete Typenhebel und 3 Tastenreihen,
die treppenförmig angeordnet waren. Sie wiesen eine mechanische Zeilenschaltung auf und waren weitgehend aus Holz gebaut.
Sie fanden aber keine praktische Verwendung.

1867 kann man als das eigentliche Geburtsjahr der modernen Schreibmaschine bezeichnen. In diesem Jahr entwickelte der
US-Amerikaner Christopher Latham Sholes eine Typenhebelschreibmaschine, die ab 1873 von der Remington Small Arms
Company in den USA fabriksmäßig erzeugt wurde.

Ein großer Fortschritt war die Entwicklung der ersten elektrischen Schreibmaschine durch die North-East-Company, die zu
einer wesentlichen Verringerung des Kraftaufwandes und zu einer Steigerung der Schreibleistung führte.

Um 1960 gab es einen weiteren Fortschritt. Die Firma IBM brachte die erste Kugelkopfmaschine auf den Markt. Die
mechanisch bewegten Bauteile wurden entscheidend verringert. Ein beweglicher Kugelkopf wird am Papier vorbeigeführt.
Dieser trägt alle Typen und wird beim Anschlag der Zeichen um die eigene Achse gedreht und geneigt. Ein wesentlicher Vorteil
der Kugelkopfmaschine ist das leichte Auswechseln des Kugelkopfes, sodaß jederzeit eine andere Schriftart eingesetzt werden
kann.

Nach 1970 wurden die ersten Typenradmaschinen entwickelt. Das Typenrad ersetzte den Kugelkopf

Parallel zur Entwicklung des Computers wurden nach 1970 Textautomaten gebaut, die es ermöglichten, Texte auf
Magnetkarten, Magnetbändem und später auf Disketten zu speichern. Man konnte dadurch den Text vor dem Ausdrucken
korrigieren oder ergänzen, ohne alles nochmals neu schreiben zu müssen. Auch die Geschwindigkeit des Druckens konnte
wesentlich gesteigert werden:

Mit dem Kugelkopf konnten über 900 Zeichen/Minute,
mit dem Typenrad über 1.800 Zeichen/Minute ausgedruckt werden.

Nach 1980 wurden Computer immer kleiner, leistungsfähiger und kostengünstiger. Sie wurden daher vermehrt auch für die
Textverarbeitung eingesetzt.

Heute ist es jedermann möglich, mit Hilfe der Computer, leistungsfähiger Textverarbeitungs- und Graphikprogramme sowie
hochwertiger Laser- und Tintenstrahldrucker Schriftstücke in Druckqualität zu gestalten.

Das Diktiergerät

Ein Diktiergerät ist ein elektroakustisches Gerät zum Aufnehmen, Speichern und Wiedergeben gesprochener Texte.

Die Erfindung des Diktiergerätes brachte nach 1950 eine wesentliche Änderung im Ablauf der Postbearbeitung mit
sich. Die Entwicklung von magnetisierbaren Tonträgern (Folien, Manschetten, Platten, Bändern) erlaubte die Speicherung des
gesprochenen Wortes. 1953 startete Philips Dictation Systems die Entwicklung und Herstellung von Diktiergeräten.

1966 entwickelte Philips die ersten Mini-Kassetten für Diktiergeräte. Mit diesem kleinen Speicherrnedium gelang der
entscheidende Durchbruch im Diktieren. Die Mini-Kassette hat sich in der heutigen Form als Speichermedium durchgesetzt.

Im gleichen Jahr wurden die ersten tragbaren Diktiergeräte - genannt Pocket Memos - eingeführt.

Vorteile eines Diktiergerätes:

Es ermöglicht eine räumliche und zeitliche Trennung zwischen dem Diktie- renden und dem Schreibenden.
Es erlaubt eine bessere Einteilung und Ausnützung der Arbeitszeit.
Plötzliche Einfälle für den Arbeitsablauf, gute Ideen können sofort festgehalten werden.
Der Diktierende kann seinerseits seine Gedanken sammeln und in Ruhe, ohne Störung, auch nach Büroschluß
diktieren.
Auf Reisen, bei Messen und Besprechungen können alle Eindrücke in Form von mündlichen Zusammenfassungen
sofort diktiert werden.
Bei internen Besprechungen, Konferenzen, Gerichtsverhandlungen bietet das Diktiergerät einen wertvollen Ersatz
für den Protokollführer, oder es ist eine Hilfe für ihn.
Es bringt eine wesentliche Kostensenkung bei der Textbearbeitung für die Betriebe mit sich (bis zu 40%).

Der Einsatz von Schreibmaschine und Diktiergerät im Unterricht an der
Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Kitzbühel

Bei Gründung der Schule 1971 wurde ein Schreibmaschinensaal mit 36 me- chanischen Typenhebelmaschinen Olympia SG 3N
eingerichtet.

1973/74 wurde in diesem Saal eine Grundig-Diktieranlage für den Phonotypieunterricht eingebaut, die es ermöglichte, allen
Schülem gleichzeitig von einer zentralen Steuereinheit aus - mit Hilfe von Kopfhörern - Briefe und Texte in zwei
Leistungsgruppen zu diktieren.

In den Jahren 1974 und 1975 wurde diese Anlage mit Diktiergeräten für jeden Schüler ergänzt. Die zumeist im Schriftverkehr
erarbeiteten Schriftstücke wurden im Phonotypieunterricht unter Beachtung der für das Phonodiktat geltenden Regeln auf Band
gesprochen und anschließend niedergeschrieben. Nach dem Neubau der Schule wurden 1979 die mechanischen
Schreibmaschinen zum Teil an andere Bundesdienststellen abgegeben, zum Teil in Lehrmittelzimmem als Schreibbehelf für die
Lehrpersonen untergebracht.

Drei Schreibmaschinensäle wurden mit elektromechanischen Kugelkopfschreibmaschinen von IBM und Triumph neu
ausgestattet. In einem dieser Säle wurde die alte Grundig-, im zweiten eine Philips-Phonotypieanlage installiert. Die Schule
verfügte damit um eine für jene Zeit vorbildliche Ausstattung.

Entsprechend der Einrichtung von Datenverarbeitungssälen und der Einführung von ersten Textverarbeitungsprogrammen an
den Schulen wurde 1981/82 der Computerunterstützte Textverarbeitungsunterricht aufgenommen.

1986 und 1988 wurden in den Datenverarbeitungssälen Diktiergeräte aufgestellt bzw. eine Phonotypieanlage installiert. Dies
ermöglichte nun auch eine übertragung von Texten vom Diktiergerät in den Computer.

Im Schuljahr 1988/89 wurde WORD4 als leistungsfähiges Textverarbeitungsprogramm eingeführt, das auch interessierten
Lehrern zur Unterstützung ihrer Arbeit zur Verfügung gestellt werden konnte.

Im selben Jahr wurden die IBM-Kugelkopfmaschinen durch Typenradmaschinen der Marke »Olympia Mastertype« ersetzt.

1991 wurden die Phonotypieanlagen in den Schreibmaschinensälen erneuert.

Entsprechend der Verlagerung des Schwerpunktes des Textverarbeitungsunterrichtes von der Schreibmaschine auf den
Computer wurde 1993/94 ein Schreibmaschinensaal in einen Klassenraum umgewandelt. 1994/95 wurde ein dritter
Datenverarbeitungssaal eingerichtet. Die Schule verfügt seither nur mehr über zwei Schreibmaschinensäle, die beide mit einer
Phonotypieanlage ausgestattet sind.

Wandel der Schwerpunkte im Unterricht:

Die technischen Entwicklungen lassen sich auch im Unterrichtsgeschehen nachvollziehen:

Im Lehrplan 1971 war der Gegenstand »Stenotypie und Phonotypie« in Kurzschrift, Maschinschreiben (einschließlich
Phonotypie) sowie Stenotypie- und Phonotypieübungen gegliedert. Die Ziele des Unterrichts waren:

Im Teilbereich Kurzschrift:
die Fähigkeit, ein Diktat in der Schnelligkeit von etwa 120 bis 150 Silben/min aufzunehmen, sicher zu lesen
und wortgetreu in Langschrift wiederzugeben.

Im Teilbereich Maschinschreiben einschließlich Phonotypie:
das Beherrschen der Schreibmaschine im 10-Finger-Blindschreiben
das Anfertigen von Schriftstücken
das Schreiben nach Diktat bis zu einer Geschwindigkeit von 150 bis 180 Anschlägen/min.

Im Teilbereich Stenotypie- und Phonotypieübungen:
die Fähigkeit, 120 bis 160 Silben/min kurzschriftlich zu schreiben
die eigenen Niederschriften wortgetreu und formgerecht fließend maschinschriftlich zu übertragen.
Im Lehrplan 1978 wurde der Gegenstand in »Stenotypie und Textverarbeitung« eingeführt.

Die Bildungs- und Lehraufgaben dieses Faches waren:

Im Teilbereich Maschinschreiben:
das Beherrschendes 1 0-Finger-Tastenschreibens
die Gestaltung von kaufmännischen Schriftstücken
das Ziel, die Schreibgeschwindigkeit auf 180 Anschläge/min zu erhöhen.

Im Teilbereich Kurzschrift:
die Fähigkeit, ein Diktat von 120 bis 150 Silben/min aufzunehmen, sicher zu lesen und Niederschriften
wortgetreu, formgerecht und fehlerfrei zu übertragen.

Im Teilbereich Stenotypie und Phonotypie:
die Fähigkeit, Texte mit mindestens 120 Silben/min kurzschriftlich aufzunehmen und wortgetreu,
formgerecht und fehlerfrei maschinschriftlich zu übertragen
die Kenntnis der Bedienung von Diktiergeräten.

Im Teilbereich Textverarbeitung:
die Kenntnis der Grundlagen der Büroorganisation.

1981 wurde durch Verordnungen das Fach »Computerunterstützte Textverarbeitung« eingeführt:

Die Bildungs- und Lehraufgabe dieses neuen Faches umfaßte:

die Einführung in die organisatorischen Maßnahmen der Computerunterstützten Textverarbeitung
die Lösung von Problemstellungen mit dem Computer
die Büroautomation.

Nach dem Lehrplan 1988 wurden»Kurzschrift« und »Maschinschreiben« zur »Textverarbeitung« zusammengefaßt und daneben
»Computerunterstützte Textverarbeitung« unterrichtet.

Die Ziele des Faches »Textverarbeitung« waren:

Im Teilbereich Maschinschreiben:
mindestens 200 Bruttoanschläge/min zu schreiben
die Gestaltung von Schriftstücken.
Im Teilbereich Kurzschrift:
ein Diktat von mindestens 110 Silben/min aufzunehmen und zu lesen
das Erfassen und Notieren von Texten
die Genauigkeit in der Verarbeitung.
Im Teilbereich Stenotypie:
Texte mit mindestens 110 Silben/min kurzschriftlich aufzunehmen sowie wortgetreu und normengerecht
maschinschriftlich zu übertragen.
Im Teilbereich Phonotypie:
das rationelle Arbeiten mit dem Diktiergerät
die Gestaltung von Schriftstücken nach Phonogramm.

Die Ziele des Faches »Computerunterstützte Textverarbeitung« waren:

die Beherrschung eines Text- und Dateiprogrammes
das Erstellen von Schriftstücken der Wirtschaft unter Einbeziehung der Stenotypie und Phonotypie
das Lösen von praxisorientierten Aufgabenstellungen.

Seit dem Lehrplan 1994 gibt es nur mehr das Fach »Textverarbeitung«. Die Computerunterstützte Textverarbeitung ist heute
ebenso wie das Computerunterstützte Rechnungswesen zur Selbstverständlichkeit geworden und bedarf daher keiner eigenen
Erwähnung in der Stundentafel mehr.

Ziele dieses Faches sind nun:

die sichere Anwendung der Computerunterstützten Textverarbeitung einschließlich der
Desktop-Publishing-Funktionen
die Anwendung des 1 0-Finger-Tastschreibens
eine Schreibfertigkeit von etwa 200 Bruttoanschlägen/min zu erreichen.
das norm ere chte und fehlerfreie Erstellen von wirtschaftlichen Schriftstücken
Erwerb von Kurzschriftkenntnissen auf das unbedingt notwendige Ausmaß zu beschränken
Einsatz von verschiedenen Textverarbeitungsprogrammen unter Einbeziehung der Stenotypie und Phonotypie.

Wurde also in früheren Jahren im Rahmen der Textverarbeitung auf Stenographie und die übertragung stenographierter Texte in
die Schreibmaschine großer Wert gelegt, verlagerte sich das Gewicht nach und nach von der Beherrschung der Kurzschrift auf
die Bedienung von Diktiergeräten sowie von der Schreibmaschine auf den Einsatz des Computers.


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