überflüssig
Bewertung: 3 Punkt(e)Eines Tages schrieb ich soviel Scheisse, dass sie überflüssig wurde -
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| Der erste Text | am 23.12. 1999 um 13:03:13 Uhr schrieb Divinia über überflüssig |
| Der neuste Text | am 24.11. 2023 um 00:21:13 Uhr schrieb Thomas Müller über überflüssig |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 40) |
am 10.1. 2006 um 02:25:46 Uhr schrieb
am 4.9. 2009 um 18:48:51 Uhr schrieb
am 8.4. 2010 um 08:51:27 Uhr schrieb |
Eines Tages schrieb ich soviel Scheisse, dass sie überflüssig wurde -
Ich mag überflüssige und vor allem Sinnlose Dinge. Sie spiegeln unsere Kultur besser wieder, als die zeitgenössische Kunst. Wenn einer von euch mal wieder an der Welt verzweifelt und zufällig grade in Hamburg ist, sollte er zum U- Bahnhof Barmbek fahren und dort den Bahnsteig aufsuchen, von dem man mit der U2 stadteinwärts fahren kann. Dort befindet sich ein Kiosk, der die beeindruckenste Sammlung moderner Kulturmahnmale beheimatet, die ich kenne. Das Betrachten dieser auf brutale Weise überflüssigen Gegenstände hat mir schon aus so mancher Krise geholfen.
Würde uns das System nicht das Gefühl geben,das wir alle ersetzbar seien,würden wir wissen das niemand überflüssig sonder jeder einzigartig ist.
Überfluss hält uns am Leben. Darum halten wir Überfluss nicht für überflüssig und verlangen Wachstum ohne Grenzen. Mit immer mehr und mehr Redundanz wollen wir die Distanz zwischen uns und dem Tod vergrößern. Wir suchen aber auch nach Möglichkeiten, Überfluss zu bekämpfen. Ob Überfluss »gut« oder »schlecht« ist, wird nämlich schlicht davon bestimmt, ob es meiner oder Deiner ist. Redundanz wird mit Überfluss assoziiert, aber das Individuum betreibt natürlich die Maximierung seiner eigenen Redundanz. Erst bei Anderen wird sie als legitim ausbeutbarer Überfluss angesehen, von mir selbst für mich selbst dagegen als Erweiterung meines Freiraums erstrebt. Wo alles möglich ist, sind zum Beispiel die Freizeit, die Gesundheit und das Vermögen Anderer von mir beanspruchte Redundanz. Die Freizeit des Anderen ist für mich die Faulheit das Anderen, die mich selbst am Faulenzen hindert.
Wenn man genügend Geld hat, ist man meistens flüssig.
Wenn man viel zu viel Geld hat, ist man irgendwie überflüssig.
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