>Info zum Stichwort Wulff | >diskutieren | >Permalink 
SuperUser schrieb am 21.9. 2012 um 14:18:18 Uhr über

Wulff

Hm, nach der Lektüre dieses Buches möchte ich nicht das sonst hier übliche Bashing betreiben, sondern mich um eine seriöse Rezension bemühen. Ein wenig Ironie werde ich mir jedoch nicht ersparen können.

Ja, sie kann einem Leid tun, die gute Frau. Ein vollkommen fremdbestimmtes Leben, mit »wenig« Geld und auch sonst war es alles vorwiegend sehr sehr schwierig.

Fakt ist für mich, dass sie sich offenbar zu keiner einzigen Sekunde wirklich darüber bewusst war, was das Amt der ersten Frau im Staate wirklich bedeutet. Diese Ich-Bezogenheit, in der sie die Dinge aus ihrer Sicht schildert, lässt darauf schließen, dass augenscheinlich auch mit ihrem Gatten keinerlei ausführliche Auseinandersetzung über die Bedeutung, die Würde und die Ausführung des Amtes, im Vorfeld der damaligen Präsidentschaftskandidatur, stattgefunden hatte. Sollte dieses doch der Fall gewesen sein, dann ist Frau Wulff für mich als damalige Mittdreißigerin einfach nur EXTREMST naiv gewesen und somit war diese »Fehlbesetzung« mit all ihren Folgen vorhersehbar.

Sie lobt eine Michelle Obama und bewundert diese. Offenbar hat sie aber nur unzureichend begriffen, dass eine Michelle Obama sich qua ihrer Herkunft und qua der Bedeutung des Amtes an sich, gepaart mit der Besonderheit, dass es erstmalig in der Geschichte der USA einen farbigen Präsidenten gibt, sich ganz sicher im Vorfeld sehr gründlich mit ihrer künftigen Rolle auseinander gesetzt hatte. Etwas, was Bettina Wulff offenkundig nicht getan hatte. Dabei hätte auch sie durchaus ihre Chancen gehabt. Sie beschreibt sich selbst als »Freigeist« - aber das habe ich ihr an keiner Stelle des Buches abgenommen. Vielmehr habe ich sie so wenig selbstbewusst empfunden, als dass nicht im mindesten an irgendeiner Stelle mal Impulse von ihr selbst aufgetaucht wären. Das Tattoo und viele andere Dinge kommen rechtfertigend rüber, Impulse für die Jugend (für die sie sich ja angeblich so stark gemacht hatte und die ihr ja so am Herzen lagen) sind nirgendwo zu erkennen. Ich, ich, ich... die Arme.... so liest es sich, ja! Leider...

Das Buch dient in der Tat als wunderbare Unterhaltung, es kam mir ein wenig so vor, als hätte ich eine Ausgabe von »Bunte Spezial« (gibt es sowas überhaupt?) vor mir. So eine Lektüre konsumiere ich gerne beim Friseur oder im Wartezimmer beim Arzt.

Tut mir leid Frau Wulff, aber so sehe ich Ihr Buch.


   User-Bewertung: /
Tolle englische Texte gibts im englischen Blaster

Dein Name:
Deine Assoziationen zu »Wulff«:
Hier nichts eingeben, sonst wird der Text nicht gespeichert:
Hier das stehen lassen, sonst wird der Text nicht gespeichert:
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | »Wulff« | Hilfe | Startseite 
0.0102 (0.0054, 0.0036) sek. –– 1052858478