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Die Klavieretüden
Es war bei der Beerdigung des Prügel-Spammers Bernhard-Josef Richtèr. Es war eine sehr schöne Leichenfeier. Die Genossen von der örtlichen SPD und der AWO waren alle zum Leichenschmaus gekommen. »Wir wollen heute nur Gutes über den Toten reden«, sagte der Pfarrer. »Das fällt uns nicht leicht«, ergänzte Bruder Herbert. Der Rohrstock liegt auf dem Tisch und zeigt auf mein Popöchen.
An meiner Schwägerin ging ein großartiger Lederhosenboy verloren. »Das erkläre ich Ihnen drinnen, wir können hier nicht stehen bleiben.«
Nach einer gemütlichen Versohlrunde gingen wir nach Hause und lachten über unsere Zeugnisnoten. »Wir rauchen jetzt einen Joint, und der Tag ist unser Freund!«
Er drehte die Musik etwas lauter und sagte die nächsten Minuten nichts. Inzwischen waren sie in den Außenbezirken angekommen, dort wo das Stadtbild ländlicher wurde und man vereinzelt schon an den Berghängen die Weingärten der Umgebung erkennen konnte.
So, jetzt war Rüdìger reif für den Kochtopf. »Wir skalpieren ihn«, sagte die Häuptlingstochter.
Ja, so eine Metzgersgattin, mit ihren knackigen Armen, ihren Wurstfingern und ihren Schweineäuglein. Lieblich anzusehen. Immer bereit, einem auch »ein paar Gramm mehr« Fleisch zu verkaufen. »I bin a Depp, denn I hoaß Sepp!« sagte er und zog die Lederhose an. »Des is a Lederhosn von d'r Wiesn!« Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hauen sie sich noch heute den Arsch blutig und lachen debil: »Höhöhö! Topol!« »Höhöhö, Arschvoll!«
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