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Dr. Dr. Johannes Metter schrieb am 23.1. 2026 um 22:02:25 Uhr über

Wirbel

**Wirbel in flüssigem Helium** gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen der Quantenphysik auf makroskopischer Ebene. Flüssiges Helium, insbesondere Helium4 unterhalb der Lambda-Temperatur von etwa 2,17K, tritt in die **suprfluiden Phase** ein. In diesem Zustand verliert es praktisch jede innere Reibung, kann extrem leicht durch enge Poren fließen und zeigt quantenmechanische Effekte auf einer Skala, die man mit bloßem Auge oder einfachen Messungen beobachten kann.

Eines der markantesten Phänomene sind **Quantenvortex-Wirbel**. Anders als in normalen Flüssigkeiten kann ein Wirbel in suprfluidem Helium nur bestimmte **diskrete Umlaufmengen** annehmen, die durch die **Quantisierung des Drehimpulses** festgelegt sind. Diese Wirbel verhalten sich wie winzige, stabile Tornados im Helium, die in streng geordneten Bahnen rotieren. Die Kernstruktur der Wirbel ist extrem dünn – typischerweise nur wenige Atomdurchmesser – und der Fluss des Heliums um den Wirbel herum folgt festen quantisierten Werten.

Experimente in den letzten Jahren haben gezeigt, dass diese Wirbel nicht nur stabil sind, sondern auch komplexe **kollektive Dynamiken** entwickeln können. Beispielsweise bilden mehrere Wirbel **Kristall- oder Gitternetz-Strukturen**, sie können sich gegenseitig anziehen oder abstoßen, und unter bestimmten Bedingungen entstehen **Wirbelringe**, die sich durch die Flüssigkeit bewegen, ohne Energie zu verlieren. Diese Strukturen erlauben Physikern, **klassische Turbulenz** und **Quantenmechanik** gleichzeitig zu studieren, weil die Wirbel die Übergänge zwischen geordnetem und chaotischem Verhalten sichtbar machen.

Die Untersuchung von Wirbeln in suprfluidem Helium hat **breite Bedeutung**: Sie hilft, grundlegende Fragen der **nichtklassischen Fluiddynamik, der Quantenturbulenz** und der **Makroskopischen Quanteneffekte** zu verstehen. Solche Wirbelmodelle dienen auch als Analoga für **kosmologische Phänomene**, etwa für Wirbel in Neutronensternen oder für Strömungen im frühen Universum, und bieten gleichzeitig **neue Methoden**, um supraleitende Systeme und Quantenflüssigkeiten zu kontrollieren.

Kurz gesagt: Wirbel in flüssigem Helium zeigen, wie **Quanteneffekte auf makroskopischer Skala** die Bewegung von Flüssigkeiten völlig verändern. Sie verbinden die elegante Ordnung der Quantenphysik mit dynamischer Bewegung und eröffnen Einblicke in ein Verhalten, das in normalen Flüssigkeiten unmöglich wäreeine echte „Quantenturbulenz“, die sowohl schön als auch lehrreich ist.




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