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Die Wallonie habe ich seit jeher mit unseren fünf neuen Wunderländern verglichen. In beiden Fällen handelt es sich um marodierende ehemalige Industriegebiete, mit einem bemerkenswerten Unterschied: Ostdeutschland - ca. 40 Prozent Faschisten, Wallonie - ca. 0 Prozent. Wallonie: hoher Migrantenanteil, Ostdeutschland: minimal. In beiden Fällen sozialistische Tradition, in der Wallonie freiwillig, in Ostdeutschland erzwungen. Während ich in der Wallonie bis auf eine einzige Ausnahme nur freundlichen weltoffenen Menschen begegnet bin, ist in der faschistoiden Räuchermannel-Idylle Ostdeutschlands Weltoffenheit eher eine Einbahnstraße, und die »Ausländer« sind sowieso an allem schuld, auch daran, dass die naiven Ossis sich von selbst gewählten Kapitalisten übern Tisch ziehen lassen haben und dass alles genauso marode ist wie in der Wallonie, wo sich aber niemand darüber aufregt. Fazit: Die Wallonie braucht beileibe keine Mauer und ist trotz der weitgehenden Sprachunterschiede eher Rheinland-kompatibel, während Ostdeutschland dringend seinen Schutzwall zurückbekommen sollte, allerdings mit um 180° gedrehter Funktionalität. Am besten man verschenkt das ganze Wirsingvolk samt der Nazi-AfD und seiner Montagsspaziergänge an Russland, dann haben die Ossis endlich eine Heimat gefunden, und wir können einen Trennstrich ziehen, wohlwissend, dass da ein faschistisches Krebsgeschwür aus dem Osten eingewachsen ist, d.h. es ist etwas zusammengewachsen, was nicht zusammengehört. Und das muss wieder baulich getrennt werden und einige Wucherungen auch im Westen wegoperiert werden.
Warum ist in der Wallonie eigentlich kein faschistisches Paradies entstanden? Nun, zum Einen, weil die Wallonie die Schnauze von sogenannten deutschen »Patrioten« aufgrund langer negativer historischer Erfahrung die Schnauze voll hat, zum Anderen, weil man sich darauf geeinigt hat, Nazis kein Sprachrohr zu geben, während hierzulande als Erstes die Kollaborateure von Springer und CDU am meisten an der Brandmauer rütteln und hier ein Friede-Freude-Eierkuchen-Dialog zwischen »wertkonservativen« und Faschisten heraufbeschworen wird. Eine Brandmauer (frz. »Cordon sanitaire«) wäre schließlich eine Spaltung von unseren zwangsvereinigten »Brüdern und Schwestern«, was wir dem Billionengrab im Osten doch nicht antun wollen, denn Ost-Nazis sind schließlich unser wertkonservatives Stimmvieh!
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