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1
Mitwirken an Unordnung im Urwald;
Affen ohne Disziplin
tanzen auf der Lichtung um
die [heilige] Stele des Kobolds, des Hüters
der Weisheit, des all-seienden
Schamanen, in dessen Händen
die blauen [Licht]Fäden zusammen
laufen, welche den Raum
aufspannen und ihm [erst]
2
ermöglichen zu sein. Ein
Licht steigt auf, zuerst nur
ein kleines [schwaches] glimmen,
es gewinnt an Sein, [wird grösser und]
wächst zur Kugel, bis es
alles überstrahlt und langsam
aufsteigt um hinter dem Horizont
zu versinken.
3
Milliarden von leisen Farben
verschmelzen, sich um mich
schmiegend, zu einem Flüstern.
Nur ja laute Gefühle vermeiden,
zerbrechlich
kaum fassbar und doch immens:
das Tor, das Tor zur Welt.
Es hat sich bewegt, ein leises
Zittern geht durch die [grossen]
Türflügel. Wie die Schwingen
des Vogels öffnen sie sich. Vorsichtig
tastet sich ein Lichtstrahl durch
den Raum, an blauen Fäden vorbei
auf den Kobold zu.
4
Ein Raunen läuft [geht] durch den Raum.
Die dunklen Punkte zittern und regen
sich, erst zögernd doch
mit immer mehr Kraft. Sie
treten heraus aus der Leere
des Raumes, lösen sich von
den blauen Fäden [ab]. Ein jedes
trägt ein Teil des all-seienden Kobolds
in sich. Sie steigen langsam auf,
ein stiller elfenhafter Tanz,
lassen sich vom Flüstern hinweg
tragen in alle Winde. Bilden
Wolken, wässrige feuchte schleimige
fotzige Dunstschwaden ziehen
durch das üppige Gewölbe der
weich grünen Bäume
5
hinab, [über jäh abfallende
Böschungen hinweg] in das Tal, auf den
Kern zu, dringen in den
kühlen Spalt hinein —
…weg, Filmriss, Radio,
Weltraum, schwebend.
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