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Peter K. schrieb am 28.2. 2007 um 11:28:58 Uhr über

Faschismus

Ich meine, wir wissen heute noch nicht wirklich, was der historische Faschismus war, und wie er funktionierte. Die unter dem Stichwort Vergangenheitsbewältigung stattfindende Faschismuskritik verdient ihren Namen nicht. Man macht es sich viel zu einfach, wenn man den Faschismus als dumm, pervers, verbrecherisch diskriminiert, und damit ad acta legen will. Die Ideologie, ihre Macher - sie waren enorm erfolgreich. Den halben Eurasischen Kontinent haben sie überrannt, ungeheurere Verbrechen konnten begangen werden: so etwas kann kein Werk von halbirren Vollidioten sein. Diese Diskriminierungen reichen bis zu Hitler selbst, der mal als Ungeheuer, mal als wildgewordener, geistig minderbemittelter Kleinbürger dargestellt wird. Völlig falsch bewertet wird m.E. auch die faschistische Elite. Auch hier behilft man sich mit Diskriminierungen, was mich persönlich insbesondere bei solch ausgewiesenen Ausnahmeintellektuellen wie Carl Schmitt und Martin Heidegger, Künstlern wie Riefenstahl, Furtwängler und Gründgens, administrativen und ökonomischen Genies wie Speer und Schacht stört. Auch ihre Kapazitäten und Leistungen werden kleingeredet - statt sich auf die moralische Diskriminierung zu beschränken.

Diese Art der Vergangenheitsbewältigung hat mehr mit Verdrängung mithilfe vordergründiger Schuld- und Versagens-zuweisungs-mechanismen zu tun, als mit dem Kern der Sache, der immer noch im schimmernden Dunkel vor sich hin dräut.

Solange man den Faschismus nicht von seiner erfolgreichen Seite, die Kapazitäten seiner Macher nicht als solche anerkannt hat, solange bleibt der Faschismus virulent, ist eine Wiederholung mit anderen Vorzeichen jederzeit möglich.

Indem ich unser derzeitiges Staats- und Gesellschaftssystem als Sozialfaschistisch bezeichne, gebe ich offen zu, mit einer unbekannten Variablen zu operieren. Ich verwende diese - diskriminierende - Bezeichnung aufgrund der stets zunehmenden Einschränkung individueller Freiheit zugunsten oder unter dem Vorwand diverser »gutmenschlicher« Werte. Mein Indiz ist der Wille zur radikalen Verfügung über indivuduelles Verhalten und Lebensführung und die damit korrespondierende Bereitschaft der Bevölkerung, alldies hinzunehmen.


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