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Mark Lombardi erhängt in seinem Atelier auf. Der Gerichtsmediziner und die Polizei ordneten Lombardis Tod als Suizid ein. Es ist heute bekannt, dass er zuvor längere Zeit von der US-Bundespolizei FBI überwacht wurde und Drohanrufe erhielt.
Soziogramme [Bearbeiten]
Seine detailliert gezeichneten Diagramme über politische Machtstrukturen, Finanzintrigen und Skandale hielt er stets auf dem Laufenden. Beispiele hierfür sind etwa die Verflechtungen von BCCI, Lincoln Savings, World Finance of Miami, die Vatican Bank, Opus Dei, Silverado Savings, George W. Bush und Harken Energy. Die revolutionäre künstlerische Innovation bestand in der ästhetischen Veranschaulichung komplexer Machtstrukturen und mafiöser Netzwerke. Schon auf den ersten Blick kann man klare Strukturen zwischen den verschiedensten Institutionen und Personen erkennen.
Die Soziogramme bestanden zum Teil aus bis zu 300 Namen aus dem Umfeld wie auch dem inneren Kreis bekannter Konzerne einschließlich politischer und terroristischer Netzwerke. Pfeile stellten die Verbindungen der Personen zueinander dar. Für die meist kurvenförmigen Verbindungen verwendete er eine Schablone, ein einfaches Mittel, das aber einen intensiven ästhetischen Reiz entwickelt. [1] Kurze Hinweise und Angaben ergänzen Namen und Pfeile. Schwarze Linien markieren den allgemeinen Verlauf des Geschehens sowie wirtschaftliche Transaktionen, rote Markierungen stehen für Klagen, Bestechungen und kriminelle Handlungen. Lombardi nannte seine Diagramme »narrative structures«, da hinter jedem Namen sein Versprechen stand, auch mindestens ein Verbrechen über ihn erzählen zu können.
Das National Security Archive in Washington und die international organisierte Antikorruptionsagentur Transparency International mit Sitz in Berlin hatten Interesse am Nachlass von Lombardi geäußert.
Zitate [Bearbeiten]
Dass der Mann kein Verschwörungstheoretiker war, sondern im Gegenteil detektivisch genau recherchierte, beweist die Wirkung seiner Bilder. Ein Journalist des Wall Street Journal, der über die Bush-bin-Laden-Connection recherchierte, soll geschlagene vierzig Minuten vor einer Grafik Lombardis verbracht haben und immer wieder »Oh, mein Gott« gemurmelt haben.
in: Süddeutsche Zeitung vom 16. Januar 2004, 25
Auf Lombardis Visitenkarte stand: »Todesverachtende Akte der Kunst und der Verschwörung«.
ebd.
Literatur [Bearbeiten]
Lombardi, Mark (2002): Global Networks. New York: Independent Curators International (ICI) ISBN 0916365670
Girst, Thomas (2001): Malen nach Skandalen, die tageszeitung, 22. März 2001, S. 14 [2]
Liebs, Holger (2004): Asoziales Netz, Süddeutsche Zeitung Magazin, 16. Januar 2004, 20 - 25.
Anm.: Girst wie Liebs vertreten die offizielle Selbstmordversion.
Weblinks [Bearbeiten]
Nachruf von seinem New Yorker Galeristen
Beispiele für Lombardis Organigramme
Lombardis Ausstellungen
Besprechung der Zeichnung: „George W. Bush, Harken Energy and Jackson Stephens c. 1979-90, 5th Version, 1999“, ca. 19 Seiten
Normdaten: Personennamendatei (PND): 128804866
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