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McDonalds hat entweder völlig die Kontrolle über die Toilette seiner Filiale im Frankfurter Hauptbahnhof verloren oder aber, was wahrscheinlicher ist, hat die Besetzung derselben mit einer amtlichen Toilettenfrau System, die laut ihrem Arbeitsvertrag vielleicht auch »Hygienefachkraft« oder sonst eine euphemistische Obszönität heißt, und ist gar eine Pachtvertragsauflage der Bahn mit Provisionsklausel, für Toilettenbenutzung zu kassieren, zumal wohl ein großer Teil der Benutzer mal schnell zwischen zwei Zügen diesen Missbrauch am Restaurant übt, eine allerdings gerechte Strafe für McDonalds, wenn nun schon die rotgelbe Leuchtreklame so viel auffälliger ist als jedes Navigationssymbol zur offiziellen Bahnhofstoilette. Jedesfalls geht man eine arg schmale Treppe in den Keller hinunter, direkt zu auf einen kleinen Tisch in der Ecke, hinter der nun die vielleicht Burkina Faso oder dem Tschad entstammende Fachfrau unter ihrer öden Kellerbeleuchtung sitzt und dort nichts tut außer zu grüßen, mechanisch und vollkommen gerechtfertigterweise unfreundlich. Ihr Sitzen dort hat nur den Sinn, als moralisches Instrument zu agieren, dass der Freiwilligkeit des Bezahlens einen kleinen Stoß gibt, denn für die Hygiene ist eine zweite Kollegin mit dem Wischmob verantwortlich. Das ganze ist ein Ort, an dem einem die Perversion dieser Einrichtung, für das Pinkeln zu bezahlen, besonders deutlich wird, was ja noch im Sinne der verursachergerechten Belastung anginge, aber eben nicht in einen Automaten zu bezahlen, dem allein es zuzumuten wäre, die monotonen Stunden mit dem Rücken an der Wand zu verbringen, sondern an einen unterbezahlten Menschen mit Teller auf dem Tisch. Aber: Die Tischdame lenkt vielleicht nur systematisch ab von ihrer Kollegin, die im Auftrag der Hygiene ständig den Kachelboden mit einer herrlichen Schmierseife wischt, auf der man im Handumdrehen in bedrohliches Rutschen gerät und zu stürzen droht und auf der man sich wie auf Eiern und total bedeppert fortgewegen muss, um nicht auf die Fresse zu fliegen und der Lächerlichkeit oder dem Kochenbruch anheimzufallen. Und da wird es einem klar, ohne es definitiv beweisen zu können, dass es sich bei den beiden möglicherweise um ausgebuffte Extremistinnen gegen den Kommerz des Pinkelns handelt, ein Gedanke, der einen etwas beruhigt und aus seiner fürchterlichen Bedrückung als Teilnehmer an demselben befreit. Aber da es nicht bewiesen ist, zahlt man eben 20 Cent. Wäre es aber bewiesen, so darf man den beiden Heldinnen kostenlos und blöde zuzwinkern, aber sie auf keinen Fall verpfeifen.
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