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Betonmischael schrieb am 14.11. 2015 um 17:09:31 Uhr über

Muskelreiten

So beschreibt der Dichter K. K. A. Hahn die Lage Criesbachs mit seiner mächtigen, sagenreichen Linde. In weitem Bogen zieht der Kocher an der weingrünen Bergwand der nördlichen Höhen hin. Die Thalsohle bildet ein frisches, liebliches Wiesenthal, die rauheren Halden des südlichen Ufers sind mit einem Kranz von Wäldern gekrönt. Die Lage von Criesbach, wie das Dorf selbst mit seinen meist kleinen Häusern erinnert an einzelne Gegenden des herrlichen Neckarthales. Das Dorf zieht an den Rebengeländen in die Höhe. Die Anlage ist, abgesehen von den Häusern an der Hauptstraße, etwas unregelmäßig. Die Häuser sind einstockig, größtentheils von Fachwerk und weißgetüncht und durchaus mit Ziegeldächern versehen. Die Hauptstraßen des Dorfes sind chaussirt und großentheils gekandelt, die Nebengassen im Allgemeinen von erträglicher Beschaffenheit. Das ganze Dorf trägt den Charakter eines weniger wohlhabenden Weinortes, der unter den anhaltenden Fehljahren seit 1869 leidet. Bemerkenswerthe Gebäude gibt es nicht, da Criesbach keine eigene Kirche und Schule besitzt, sondern die in Ingelfingen besucht. Das Rathhaus ist ein kleines, aber genügendes Gebäude, das früher Privathaus war und 1840 von der Gemeinde durch Tausch erworben wurde. Stattlich ist die Kelter mit 8 Bäumen. Die Gemeinde besitzt außerdem noch ein Armenhaus und ein Schafhaus. Mit Trinkwasser ist der Ort reichlich versorgt. Es finden sich auf der Markung verschiedene starke Quellen, z. B. in der Klinge, im untern Ried, im Burgstaller Weg. Zwei Brunnen, sog. „Lachenmaier" in den Kellern, fließen nur periodisch. Der Ortsbrunnen mit 4 Röhren galt in der Umgegend als Heilbrunnen. Am Hause des Gottl. Hermann befand sich früher ein Wappen mit einem Rad eingehauen. Die Sage berichtet, es sei ein Edelmannshaus gewesen, also wohl im Besitz der Herren von Berlichingen. Bei der Brücke jenseits des Kochers steht eine alte, mächtige Linde, welche von den beiden fränkischen Dichtern K. Hahn in Ingelfingen und Pfarrer Gerber in Buchenbach besungen wurde (Gedichte 1826 S. 24 und 71). Unter derselben soll einst Luther mit seinen zwölf Aposteln (!) Rast gehalten haben (mündlich). Die steinerne Brücke wurde um 1770 von der Gemeinde erbaut und wird von derselben unterhalten. Dem Verkehre dienen die beiden Körperschaftsstraßen nach Künzelsau–Niedernhall im Thal und nach Crispenhofen–Westernhausen–Schönthal über den Sattel. Ein schönes Landschaftsbild bietet sich auf dem Hochhölzle, früher Öde, jetzt Acker südwestlich vom Ort.


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