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stein schrieb am 5.5. 2005 um 17:01:18 Uhr über

Penis

Mein Penis lebt seit längerer Zeit selbstständig. Eines Tages wachte ich auf und er war weg. Es ist nicht der erste, den ich auf diese Art verloren habe. Unverhofft, von einen Tag auf den anderen, verließen sie mich, während ich schlief. Ich weiß nicht einmal, ob sie sich, bevor sie gingen, von mir verabschiedeten. Sie hätten doch wenigsten »auf Wiedersehen« sagen können. Ich hasse Abschiede. Vielleicht war es besser so.
Ich wüsste gerne wie es meinem letzten jetzt geht. Ich hoffe er hat nicht zu trinken begonnen. Ich habe immer tiefstes Mitleid, wenn ich einen betrunkenen Penis sehe, vor allem, wenn man ihnen ansieht, dass sie es öfter tun. Ich will ihnen dann immer gerne helfen, sie mit nach Hause nehmen und Pflegen. Ich habe ein Regal voll mit Gläsern. In ihnen ist eine Flüssigkeit, die zur Konservierung diehnt. Ich habe schon mehrere auf der Straße aufgelesen. Mein liebster ist der, den ich in einer kleinen Gasse am Kopfsteinpflaster liegend gefunden habe. Irgendjemand musste ihn, nachdem er, der Penis, schon betrunken war, abgeschnitten und achtlos auf die Straße geworfen haben. Ich nahm ihn mit, reinigte ihne etwas und legte ihn in ein Glas. Es war mein Lieblingsglas. Ich hatte oft daraus getrunken. Jetzt sah ich es nur noch an, sah ihn an, wie er darin lag. Fast jedes Wochenende nahm ich ihn heraus und steckte ihn an. Ich trug ihn immer zum Ausgehen, besonders dann, wenn ich in Discos ging. Ich glaube, mochte das. Ich mochte ihn auch. Ich mag alle meine Penisse. Anfangs war es schwierig. Ich musste an die anderen denken, an die, die, so wie ich, ihren Penis verloren hatten, den ich nun Trug. Es war ein eigenartiges Gefühl mit einem fremden Penis herumzulaufen. Ich spürte jede Sekunde des Tragens, dass ich da etwas fremdes an mir hatte. Wahrscheinlich fühlten sich die Penisse nicht anders. Ich war ihnen genausofremd wie sie mir. Doch das Bedürfnis war stärker, als das unangenehme Gefühl, das das Fremde auslöst, für mich einen Penis zu tragen, für sie als Penis getragen zu werden. Es ist eine Art Wechselwirkung, die sich zwischen mir und meiner Sammlung von Penissen entwickelt hat.


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