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Die Selbstkastration oder Selbstverstümmelung ist eine extreme Form der freiwilligen Kastration.
Einer der ältesten bekannten »Fälle« ist der des syrischen Architekten Kombabus im 3. vorchristlichen Jahrhundert, der sich in weiser Voraussicht selbst kastriert haben soll, wodurch er später den Vorwurf eines todeswürdigen Verhaltens entkräften konnte: Er entnahm »die entsprechenden Körperteile« einem Kästchen und zeigte sie vor, wodurch seine Nichttäterschaft erwiesen war.
In verschiedenen antiken Opferkulten wurde Selbstverstümmelung praktiziert. So schockierend sie auf Zuschauer gewirkt haben konnte, so wenig handelte es sich dabei um exotische Einzelfälle: Sie sind für Babylonien, Phönizien, Zypern, Syrien und Rom belegt, für einige andere Länder werden sie vermutet.
Der wahrscheinlich bekannteste Fall einer Selbstkastration ist der des frühchristlichen Theologen Origenes aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., der allerdings bis heute einige Fragen aufwirft: So ist nicht bekannt, ob er durch das viel diskutierte Wort aus dem Matthäus-Evangelium motiviert war oder als Asket und Philosophielehrer seinen untadeligen Ruf nicht gefährdet sehen wollte. Es gibt mehrere bildliche Darstellungen der blutigen Handlung, die wohl eindrücklichste im »Roman de la Rose« aus dem 15. Jahrhundert. Es gibt aber auch die Vermutung, dass die Selbstkastration des Origenes nur ein Mythos sein könnte.
Kastration ist ein auf der ganzen Welt heiß diskutiertes Thema. Seltener und weniger leidenschaftlich wird berichtet, wie viele »Patienten« an dilettantisch ausgeführten Kastrationen gestorben sind, meist durch Verbluten oder an Entzündungen aufgrund mangelhafter Hygiene. Deshalb sei dazu ermuntert, das Thema wohl lebhaft und in seiner faszinierenden Vielfalt zu diskutieren, die Ausführung dann aber einer Person der einschlägig ausgebildeten Zunft zu überlassen.
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