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hei+co schrieb am 18.9. 2000 um 19:48:52 Uhr über

kollaboration

Europäisches Tagebuch (Wam Kat: Zagreb Diary, 1992)
Das Europäische Tagebuch hat sich unmittelbar aus Kollaborations- und Kommunikationsweisen innerhalb der Nachrichtenströme von Mailbox-Netzwerken entwickelt:
Ausgehend vom Zagreb Diary, in dem der holländische Friedensaktivist Wam Kat seit Frühjahr 1992 seine persönlichen Eindrücke vom Kriegsgeschehen im ehemaligen Jugoslawien - ,gewissermaßen wie offene Briefe an meine Freunde oder an Menschen, die ich für Freunde halte- als öffentliches Tagebuch innerhalb einer relativ geschlossenen Netzstruktur (des Zerberus-Mailbox-Netzes) zirkulieren ließ, wurden auf Initiative von Peter Glaser Anfang 1993 persönliche Eintragungen, subjektive Geschichten und Erlebnisse quer durch Europa in Mailbox-Netzen zusammengetragen:
" Zur Idee des Europäischen Tagebuchs:
Durch Verbreitung über elektronische Medien zur ,Nachricht‘ geadelt, erzeugen heute Agenturmeldungen den Anschein, die ,wirkliche Wirklichkeit‘ wiederzugeben. Den jeweils speziellen Arten von Sprachgebrauch, die sich ,Politik‘, ,Wirtschaftoder ,Wissenschaftnennen, soll durch das ,Europäische Tagebucheine Vielvalt individueller Realitäten zur Seite gestellt werden, und zwar selbstbewußt. [...] Um Tagebuch zu schreiben, muß man kein Künstler sein. Zu den Vorteilen des tagebuchs gehört, dass Inhalt und Stil freigestellt bleiben. Es geht um die Wahrnehmumg der Welt aus erster Hand."
Als eines der wenigen Netz-Werk-Schreibprojekte hat das Europäische Tagebuch wirklich eine zeitlang in radikaler Autonomie funktioniert - ohne Leitung und ohne Kunstanspruch. Das Zusammenstoßen äußerst unterschiedlicher Alltagsausschnitte aus den verschiedensten Schauplätzen ereignet sich gerade in der Vermischung unterschiedlichster Privatzonen. Das Private wird öffentlich - die Öffentlichkeit konstituiert sich nicht mehr über die Massenmedien, sondern durch Konversationspraktiken, die an mündliche Erzählformen und Praktiken der oral history anknüpfen.
(Peter Glaser in einer Einladungsmail vom 11.1.1993 20:53:33.
Vgl. auch das Kapitel »Leben im Netz - Geschichten« aus der Diplomarbeit von Rena Tangens, Das Leben im Netz. Die Bürgernetze Z-NETZ, CL und ZaMir und ihre Geschichten, Bielefeld, 1996, S. 55-87.
Jetzt ist es noch als Archiv erreichbar unter der newsgroup: t-netz/alt/tagebuch oder im Archiv des Zerberus-Netzes:
http://www.zerberus.de/texte/wam_kat/)




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