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® schrieb am 28.9. 2010 um 05:40:20 Uhr über

Wetter

Mehr Wetterextreme weltweit - mehr Solarstrom ins Netz
Leistung der Photovoltaik 2010 annähernd verdoppelt
Die bisherige Art der Energieversorgung zeigt anscheinend immer stärkere Folgen für das Klima. Die Munich Re, der weltweit größte Rückversicherer, warnt vor zunehmenden Katastrophen auf Grund des Klimawandels. Die aktuelle Häufung von Wetterextremen wie beispielsweise die Starkniederschläge, die Hitzewelle in Russland und die Überschwemmungen in Pakistan seien ein starker Hinweis dafür, dass sich das Klima verändert. Seit Beginn des Jahres wurden weltweit 725 Katastrophen im Zusammenhang mit extremen Wetter registriert. Von Januar bis September sind dadurch 21.000 Menschen ums Leben gekommen, die Schäden summierten sich auf mehr als 65 Mrd. Dollar.




Umso erfreulicher, dass die Bereitstellung von Solarstrom stark wächst. Geht die Entwicklung der ersten drei Quartale so weiter, wird sich in diesem Jahr die installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland gegenüber dem Vorjahr annähernd verdoppeln. Bis Ende des Jahres werden dann 18.000 Megawatt installiert sein. Letztes Jahr waren es noch 9.786 Megawatt.

Dazu kommt, dass das Erdgas zur Zeit billig ist und die, per Merit Order gebildeten Preise an der Strombörse deshalb fallen. Kostete Ende Juni eine Megawattstunde noch 55,10 Euro sind es zur Zeit durchschnittlich 49,25 Euro. Die Profite für die deutschen Kohlekraftwerke werden damit niedriger ausfallen. Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg rechnet damit, dass E.ON und RWE dieses Jahr 50 Prozent weniger an ihrem Kohlestrom verdienen werden.

Noch ist fraglich, ob die Freigabe der AKW-Laufzeiten durchkommt oder ob die Klagen, u.a. der von Greenpeace angekündigte Gang vor das Bundesverfassungsgericht, Erfolg haben und der alte Atomkompromiss wieder in Kraft gesetzt wird. Je schneller die großen Atommeiler vom Netz gehen, desto mehr Solarstrom kann eingespeist werden. Er macht jetzt schon an manchen Strombörsen-Handelstagen 10 Prozent des Angebots aus. Nach Angaben der Phoenix Solar AG, machte im Solarstrom in Bayern an manchen Sommertagen bis zu 25 Prozent Anteil an der Strombereitsstellung hat.

Neben der Unwägbarkeit, ob die Kernenergie-Laufzeiten freigegeben werden und auch mittelfristig eine Modernisierung der deutschen Stromversorgung verhindern, ist auch spannend, wie sich die nächste, bereits angekündigte Senkung der EEG-Einspeisevergütung auswirken wird. Die letzte Extra-Absenkung vom 8. Juli um 16 Prozent löste im Vorfeld noch einen Installationsboom aus. Aber im Januar steht bereits die nächste, diesmal planmäßige, Kürzung an. Langt die schwarzgelbe Koalition auch dann so kräftig zu, ist fraglich, ob das den Ausbau der Solarenergie, bis zur nächsten Bundestagswahl, ganz abwürgt.

Matthias Brake28.09.2010



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