Kasperletheater
Bewertung: 4 Punkt(e)Kasper häutet das Krokodil, während Gretel sich mit dem Polizisten verlustiert. Sie bemerken nicht das Erscheinen des Räubers mit dem großen Sack. Schnitt auf Großmutter. Welttheater.
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| Der erste Text | am 30.8. 2000 um 21:50:15 Uhr schrieb Liamara über Kasperletheater |
| Der neuste Text | am 31.12. 2024 um 05:25:15 Uhr schrieb gerhard über Kasperletheater |
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am 1.5. 2024 um 14:14:32 Uhr schrieb
am 6.2. 2023 um 03:44:17 Uhr schrieb
am 30.12. 2024 um 18:43:27 Uhr schrieb |
Kasper häutet das Krokodil, während Gretel sich mit dem Polizisten verlustiert. Sie bemerken nicht das Erscheinen des Räubers mit dem großen Sack. Schnitt auf Großmutter. Welttheater.
(Vorgeschichte: Kasperl ist als völlig alkoholisierter Autofahrer in eine Polizeikontrolle gekommen...)
(Polizist will Herrn Kasperl das Blasröhrchen in den Mund stecken; der beißt ihn in die Hand.)
POLIZIST: Au Au!
(Polizist schlägt Herrn Kasperl mit dem Knüppel auf den Kopf. Herr Kasperl fällt ohnmächtig zu Boden.)
P.: Dann müssen wir die Blutprobe machen.
(Herr K. erwacht sofort aus seiner Ohnmacht.)
Herr K.: Bittschön alles, bloß keine Blutprobe!
Frau Kasperl: Wo doch der Schorsch kein Blut sehen kann.
(Polizist kommt mit einer Riesenspritze, ca. 2 m lang, auf H.K. zu, um Blut abzuzapfen.)
Polizist: Wegen Farbenblindheit. Und Beamtenbeleidigung.
(H.K. fällt sofort wieder in Ohnmacht.)
Frau K.: Na bittschön, da seg'n Sie's.
P.: Was soll'n ma denn jetzt mach'n?
Frau K.: Geben's ihm einen Schnaps!
P.: Heiliges Kanonenrohr!! Der Schnaps ist aus.
(Der P. funkt zum Hauptrevier:)
SOS DER SCHNAPS IST AUS S O S DER SCHNAPS IST AUS S O S DER SCHNAPS IST AUS ...
Die dicke Schnapsbeamtin Müller steigt aus dem Tanklastzug und spult die Schnapsleitung vom Bauch des Tankwagens in Herrn Kasperls Mund. Herr Kasperl wird beschnapst und erwacht infolgedessen aus der Ohnmacht.
Herr K.: Wer san denn Sie?
Schnapsbeamtin Müller: Ich bin die Schnapsbeamtin Müller. San's staad.
Die Schnapsbeamtin Müller holt eine Riesenspritze, um Herrn Kasperl Blut abzuzapfen. H.K. fängt am ganzen Körper zu zittern an.
S.M.: Jetzt stell'n s' eana ned so dumm.
H.K.: Dann fall' ich lieber gleich in meine Ohnmacht zurück.
H.K. fällt in die Ohnmacht zurück. Die Schnapsbeamtin Müller stürzt sich mit der Riesenspritze auf Herrn Kasperl, stößt die Spritze in seinen Schnapsbauch und zapft ihm Blut ab. Sie füllt das Blut in ein großes Glas. Die S.M. stellt das Blutglas neben den Kasperl.
H.K. erwacht wieder aus der Ohnmacht.
Polizist: Wo ist der Führerschein?
H.K.: Nein! Nein, den Führerschein nicht, nein, nein!
H.K. holt aus seiner Hosentasche 100 DM heraus und zeigt sie den Beamten.
H.K.: Na wär' das nix??
Polizist: Fünf Monate lebenslänglich! Wegen Farbenblindheit und Beamtenbestechung.
H.K.: Ich will doch nur im voraus bezahlen. Siebentausend Mark?
P.: Nein.
H.K.: Nein nein nein! Bloß nicht meinen Führerschein!
P.: Jetzt machen's keine Fisematenten.
Polizist will H.K. abführen.
H.K.: Warten's! Warten's, ich hab's.
Zu sich: Daß ich des ned glei g'merkt hab'. Herr Kasperl Schorsch stellt sich neben Frau Kasperl Barbara und lächelt die Polizisten an.
Jetzt san's g'scheid und lassen's mir mein Führerschein.
Mit einer Verbeugung:
Und machen's Ihnen ein paar schöne Stunden mit meiner Frau.
Frau Kasperl: Aber Schorschi!
(Aus einem wirklich wilden Kasperlstück von Hartmut Riederer: Der Straßenkönig. In: Vollgas. München 1989.)
Kasperle kämpft links auf der Puppenbühne mit dem bösen Krokodil, welches grimmig dreinschauend, versucht Kasper zu beißen, er aber weicht geschickt aus und verhöhnt die grüne Echse.
Die von Kasperle unsterblich geliebte Gretel steht rechts auf der Puppenbühne und schnakselt mit dem Polizisten, welcher, -mit roten Ohren dastehend in Gretels Gesicht schaut. Seine dicke Nase und der Schnauzbart zucken ob der Anmut der sich keck hin -und herwiegenden Gretel. Kasperl bemerkt Gretels Verhalten und läßt vom müde gewordenen Krokodil ab, welches zufrieden grunzend zu Boden zurücksackt. Kasperle begibt sich auf den Weg zur anderen Seite, in der Mitte des Weges trifft er auf Gretel welche, bemerkend das sich das Kasperle auf den Weg gemacht hatte, sich ebenfalls in Bewegung gesetzt hatte. Sie schreit Kasper an: »Du hast ja einen Vogel!«, was denkst Du Dir eigentlich wer Du bist?
Schieß ihn ab!
siehe auch »Hase über Testosteron«
Der GLOMEX-Player bringt uns die aufregendsten, bedrückendsten, aber auch spannendsten Szenen des Weltgeschehens auf unsere heimischen Bildschirme. In höchster Präzision, Farbenfreude und Stabilität. Auch ein guter Ton gehört zum guten Ton. Auch lokale Ereignisse werden übertragen, wie z.B. neulich das Handpuppenspiel mit Kasperle und dem Illuminaten-Krokodil von der Traditions-Puppenbühne Kleinrückerswalde in Gedenken an Milliarden von Impftoten.
Das Kasperletheater der Bundestagsdebatten spiegelt nur das Kasperletheater unserer Gesellschaft und Zeit wieder. Auf der Jagd nach Karriere, Vorteil, Macht, Gewalt ist der Gemeinsinn doch längst auf der Strecke geblieben.
Die Wahrheit zu sagen und ehrlich für seine Überzeugungen einzutreten wird in unserer Gesellschaft nicht mehr belohnt, wenn es jemals belohnt wurde. Macht zu demostrieren und Gewalt ausüben zu können wird zumindest bewundert und tolleriert. Der Egoist ist auf seinem sicheren Weg zum Erfolg und so lange er sich asozial und rechtswiderig verhält ist er in unserer Gesellschaft so sicher wie in der Kirche. ---- Alles Wixer!
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