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In der Schule zwei Klassen über mir gab es einen Schüler, der als Knochenbrecher bekannt war. Deshalb traute sich niemand, sich mit ihm anzulegen. Ich kannte ihn nur als freundlichen Schulkameraden und bin mir sicher, dass er nie jemandem einen Knochen gebrochen hatte.
Für mein Alter war ich außerordentlich kräftig. Ich habe ich es oft mit Schülern aufgenommen, die drei Jahre älter waren als ich. Ich hatte keine Angst, auch einmal gegen den »Knochenbrecher« zu kämpfen. Ja, es reizte mich direkt, ihn herauszufordern. Es kam aber völlig anders.
Auf dem Heimweg von der Schule gab es drei abenteuerliche Typen, die ihn abgepasst haben, um ihn aus irgend einem Grund zu verdreschen. Auch ich schaute eine kurze Zeit zu. Als es ihm nicht gelang, sich gegen die Angreifer zu wehren, kam ich ihm selbstverständlich zur Hilfe. Es war ja immerhin ein Mitschüler von mir.
Gegen uns gemeinsam hatten die drei Angreifer kaum noch eine Chance. Ich konnten gerade noch verhindern, dass einer der drei wegrannte, während die anderen beiden bereits ziemlich wehrlos im Dreck lagen. Nun ja, auch Nummer drei hatte nichts zu lachen.
»Ich will wissen, was ihr von mir wollt, sonst brechen wir euch alle Knochen« schrie sie mein Mitschüler an. Ich wusste jetzt woher die Bezeichnung »Knochenbrecher« stammt, und fühlte mich bei dem Gedanken, dass ich auch so einer wäre nicht besonders wohl.
Die drei waren so eingeschüchtert und ängstlich, dass sie kein Wort heraus bekamen. Ich erfuhr lediglich von meinem Mitschüler dass er bei einem Fußballspiel als Schiedsrichter funktionierte, und eine der Mannschaften stocksauer war, dass sie verloren hat.
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