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Bei allen Geweben und Organen treten verschiedene Arten von Krebs auf, so auch bei den Hoden.
Auch wenn der Hodentumor insgesamt selten ist, stellt er die häufigste bösartige Erkrankung junger
Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren dar.
Es werden prinzipiell zwei große Gruppen von Hodentumoren unterschieden - die Seminome und die
Nichtseminome, die sich wiederum in eine Vielzahl von Subtypen unterteilen lassen. Die
Unterscheidung zwischen beiden Tumorarten ist wichtig, weil die Seminome einer Strahlentherapie
zugänglich sein können, während sich bei den Nichtseminomen die Operation und Chemotherapie als
erfolgreichste Behandlungsmethoden etabliert haben.
Obwohl die genaue Ursache für Hodenkrebs noch nicht bekannt ist, tritt die Erkrankung bei Männern,
die an einem Hodenhochstand im Kindesalter litten - auch wenn dieser operiert wurde -, bei
Zeugungsunfähigkeit und familiärer Vorbelastung (Vater, Bruder ) häufiger auf als bei anderen
Männern.
Wie bemerken Sie die Krankheit?
Hodenkrebs wird oft zufällig in Verbindung mit einer vergrößerten, knotigen Veränderung am Hoden,
die von dem Betroffenen selbst zu ertasten ist, bemerkt. Ziehende Hodenschmerzen oder ein
Schweregefühl des betroffenen Hodens können weitere Hinweise sein.
Bei allen genannten Veränderungen sollte der Hausarzt oder ein Urologe aufgesucht werden.
Wie diagnostiziert der Arzt Hodenkrebs?
Der Arzt wird eine Abtastung sowie eine Ultraschall-Untersuchung beider Hoden vornehmen. Bei
Verdacht auf Hodenkrebs ist eine Einweisung in eine Klinik notwendig, dort erfolgt die operative
Freilegung des Hodens über einen Schnitt in der Leiste. Während der Operation wird eine
Gewebeprobe entnommen und direkt mikroskopisch untersucht.
Bestätigt sich der Verdacht auf einen Hodentumor, wird der betroffene Hoden mit dem zugehörigen
Samenstrang und den Blutgefässen entfernt. In den meisten Kliniken wird gleichzeitig eine kleine,
reiskorngroße Gewebeprobe aus dem gesunden Hoden entnommen, um das Vorliegen so genannter
Vorläuferzellen eines Hodentumors zu erkennen, die bei fünf Prozent aller Patienten vorkommen.
Wie wird Hodenkrebs behandelt?
Ist die Diagnose »bösartiger Hodentumor« gestellt, muss durch weitere Untersuchungen geklärt
werden, ob bereits eine Absiedlung von Tumorzellen stattgefunden hat, um eine optimale Behandlung
zu gewährleisten. Hierzu werden Röntgenuntersuchungen oder eine Computer-Tomographie des
Brustraums, des Bauchraums und des Beckens durchgeführt, des weiteren werden im Blut so
genannte Tumormarker bestimmt, die von Krebszellen produziert werden.
Abhängig von der mikroskopischen Diagnose (Seminom oder Nichtseminom) und der Ausbreitung des
Tumors ist zu besprechen, ob eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie, die operative Entfernung der
Lymphknoten im hinteren Bauchraum oder eine Kombination dieser Verfahren notwendig ist.
Zur Kontrolle nach Abschluss der Behandlung (Rezidivkontrolle) werden in regelmäßigen Intervallen
Tumormarker im Blut bestimmt, eine Röntgenuntersuchung des Brust- und Bauchraums sowie eine
Ultraschall-Untersuchung des gesunden Hodens durchgeführt. In jedem Fall ist eine regelmäßige
Nachuntersuchung über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erforderlich.
Prognose
Die Prognose ist in erster Linie abhängig von der Ausbreitung zum Zeitpunkt der Diagnose. Insgesamt
sind die Heilungschancen beim Hodentumor sehr gut, und es können durchschnittlich 90 Prozent aller
Patienten unabhängig vom Ausmaß möglicher Absiedlungen geheilt werden. Wichtig ist, dass die
Behandlung in einer Spezialklinik erfolgt, die alle Möglichkeiten einer interdisziplinären Kooperation
zwischen den Spezialisten gewährleistet (Urologie, Strahlentherapie, Hämatologie, Radiologie,
Pathologie).
Eine schnelle und frühzeitige Diagnose erhöht die Heilungschancen sehr.
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